Andrea Schurian - Part 4

Andrea Schurian

Kunst Kultur Kommentare Kolumnen


XML Feed


29
Mrz

Serapionstheater: Lebensreise durch ein Meer an Träumen

“Anagó. Eine Serapions Fabel” im Wiener Odeon ist Theatermitbegründerin Ulrike Kaufmann gewidmet, die im Dezember gestorben ist. Ein Probenbericht

Noch fehlen die Projektionen. Das Licht stimmt noch nicht ganz. Und auch am riesigen Bühnenbild, einer Fantasieweltkarte voller unbekannter Inseln und Kontinente, die in Grande Tristeza, dem Meer voller Tränen, schwimmen, müssen Max Kaufmann und sein Künstlerteam noch fleißig Hand anlegen.

Continue Reading »


20
Mrz

Bernhard Ensemble: Scheiß drauf, Mann!

“The.Big.Lumpazi, Coen Brothers vs. Nestroy” des Wiener Bernhard Ensembles

ArtikelbildFoto: Barbara Palffy/Bernhard Ensemble

Na, das fangt ja schon einmal richtig gut an. Eine White-Box als coole TV-Lounge, bequeme Fauteuils fürs Publikum. Auf dem Riesenflatscreen Superman aus dem Jahr 1978, Marlon Brando als Jor El. Aber weil guter Geschmack und Theaterkunst, zumindest im radikalen Verständnis des Wiener Bernhard Ensembles, miteinander nur am Rande zu tun haben, war’s das dann - mit der Befriedigung des guten Publikumsgeschmacks. Die Kunst allerdings, die fängt jetzt richtig an. Und die ist bei den Theatergründern Grischka Voss und Ernst K. Weigel wie immer ziemlich verwirrend. Lustig. Nachdenklich. Und hardcore tabulos, aber hallo! Continue Reading »


30
Jan

Impressionismus: Freiheitsutopien der Lichtmaler

Weltweit zelebrieren Ausstellungen 140 Jahre Impressionismus. Nach dem Belvedere mit Monet feiert auch die Albertina mit Leihgaben des Musée d’Orsay. Nie zuvor hat das Pariser Museum so viele Werke en bloc verborgt.

Die akademisch-formalistische Rechthaberei der Salonmaler und ihrer (finanzkräftigen) Bewunderer ging den Pionieren der impressionistischen Malerei gehörig gegen den Pinselstrich. Sie wollten sich vom Diktat des einzig Wahren und Schönen lösen, theoretische Regelwerke und zwänglerische Dogmen entstauben. Sie brachen gesellschaftliche und künstlerische Tabus, malten unter freiem Himmel das Licht. Sie tupften und fleckten reine Farbe oft direkt aus der Tube auf die Leinwand, beschäftigten sich in geradezu seriellem Furor mit Formen und ihrer Auflösung.

Continue Reading »


30
Nov

Nationalsozialismus: Liebe unter Verdacht

In seiner Familiensaga Die blaue Brosche schreibt Max Kübeck über seinen Vater, der wegen seiner Homosexualität in Gestapo-Haft war. Vor allem aber bricht Kübeck mit der aristokratischen Familientradition, zu schweigen, wenn das Reden schwerfällt.

 Artikelbild Foto: Max Kübeck

Nein, sie habe ja nichts gegen Homosexuelle: “Aber für mich ist das die größte Behinderung, die ein Mensch haben kann!” Ähnliche Sätze wie diesen bekam Max Kübeck in letzter Zeit wieder öfter zu hören. Auch seine 97-jährige Mutter wurde nach dem Erscheinen seiner Familienchronik angerufen, es sei genug mit den schwulen Geschichten. Und wozu überhaupt in der Vergangenheit graben?

Continue Reading »


25
Nov

Albi: Wie Henri in Frankreich

Henri de Toulouse-Lautrec, exzentrischer Bohèmien, Chronist des Pariser Nachtlebens im Fin de Siècle, wuchs in der bäuerlich-bodenständigen Tarn-Region auf. Die Weltkulturerbe-Stadt Albi ehrt ihren berühmtesten Sohn mit einem Museum und kulinarischen Köstlichkeiten.

Foto: laurent frezouls cdt tarn_ Dort, wo Henri seine Kindheit und Jugend verbrachte, wird in noblen Restaurants wie in einfachen Bistros getafelt und gebechert.

Continue Reading »


20
Nov

Henri de Toulouse-Lautrec: Malerfürst der Halb- und Unterwelt

Am 24. November 2014 jährte sich derGeburtstag des Malers Henri Toulouse-Lautrec zum 150. Mal. Mit seinen legendären Plakaten wies er den Weg in die Moderne. Ein Porträt

Mit solch erbärmlichen Zeichnungen, beschieden ihm seine ersten Lehrer, würde es wohl nichts mit der Kunst. Doch der Tiermaler René Princeteau und der Modemaler Léon Bonnat irrten gewaltig. Mit seinem kühnen Strich, den mehr als 700 Ölgemälden, tausenden Zeichnungen, hunderten Aquarellen und Lithografien wurde Henri de Toulouse-Lautrec ein wichtiger Wegweiser in die Moderne, ein zeichnender Revoluzzer und hemmungsloser Grenzüberschreiter im Leben wie in der Kunst. Continue Reading »


10
Okt

Karin Bergmann: Kein Notnagel fürs Burgtheater

Eine ihrer ersten kniffligen Entscheidungen musste Karin Bergmann treffen, kurz nachdem sie von Kulturminister Josef Ostermayer zur interimistischen Burgtheaterdirektorin bestellt worden war. Durch die Fristlose von Ex-Burgchef Matthias Hartmann war auch der Regiesessel für Die letzten Tage der Menschheit, der prestigeträchtigen Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, vakant geworden. Bergmann wählte nicht Egomanie, Glanz und Glamour, sondern, einigermaßen überraschend, Georg Schmiedleitner, bis auf wenige Ausnahmen eher an kleineren Stadt- und Landestheatern zugange. Ihre Kür war tadellos, Schmiedleitner verfügte über die nötige Theaterpranke, die Aufführungen am Burgtheater sind meist ausverkauft.

Continue Reading »


16
Dez

André Heller: Welttheater ohne Netz

Draußen nebeltrübes Mitteleuropa, drinnen im Theater wirbelstürmisches Afrika. Schwingungen, Liebe, Leidenschaft, Energiefelder, Spiritualität, Herzenswärme, Weisheit, Wunder, Erkenntnis, Freude, Dankbarkeit: Ja, diese Worte werden im Gespräch mit dem Universalkünstler André Heller und seinem Choreografen und Freund George Momboye immer wieder fallen, erstaunlich unpathetisch, selbstverständlich. “Die Kunst Afrikas basiert immer auf drei Elementen: dem Spirituellen, dem Körper und dem Herzen”, sagt Momboye, Sohn eines Maskenschnitzers von der Elfenbeinküste und Enkel eines Stammeshäuptlings, der die Magie des Verschwindens beherrschte.

Continue Reading »


13
Dez

Claudia Schmied: Kulturpolitische Abschlussrechnung

Mitunter formulierte Claudia Schmied eher esoterisch: Es gehe um das Ich im Wir und das Wir im Ich. “Daher ist Vertrauen wichtig.” Dieses Vertrauen wurde im Laufe ihrer Amtszeit nicht mehr, sondern weniger. Mitunter zu Recht. Oft ungerechterweise. So bemühte sie sich redlich, ihr Image als Bankerin ab- und sich eines als Kunstversteherin und Kulturexpertin zuzulegen.

Continue Reading »


13
Dez

Louis Begley: “Ich denke nicht viel nach”

Der New Yorker Bestseller-Autor Louis Begley war Ehrengast von Literatur im Nebel in Heidenreichstein, seine Frau Anka Muhlstein, eine mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete Biographin, hielt einen Vortrag.

Alle sind da: die Schauspielerinnen und Schauspieler, der Ehrengast aus New York, aus dessen Werk sie zwei Tage lang lesen werden. Nur einer fehlt so konsequent wie schon in den letzten Jahren: der Nebel, der dem hochkarätigen Festival im nördlichen Waldviertel den Namen gibt, in dessen Zentrum heuer Louis Begley steht.

Continue Reading »


Powered by Wordpress 2YI.net Web Directory

Copyright © 2007 Andrea Schurian | All Rights Reserved | WP 2.5.1 | page loaded in 0.60 Sekunden | Reworked & translated by Frank Haensel