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	<title>Andrea Schurian</title>
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	<description>Kunst Kultur Kommentare Kolumnen</description>
	<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 20:18:29 +0000</pubDate>
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		<title>Biennale von Venedig: Kunstparcours durch die Lagunenstadt</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 20:18:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Krise? Die Yacht-Anlegeplätze am Canal Grande sind wie immer ausgebucht, obwohl die Parkscheingebühren mit kolportierten 15.800 Euro pro Schiff und Tag doch im oberen Preissegment angesiedelt sind. Noch schicker als ein Schiff macht sich allerdings ein eigener Palazzo am Kanal. Viktor Pinchuk, ukrainischer Multimillionär und Kunstmäzen, hat einen und verborgt ihn alle zwei Jahre seinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Krise? Die Yacht-Anlegeplätze am Canal Grande sind wie immer ausgebucht, obwohl die Parkscheingebühren mit kolportierten 15.800 Euro pro Schiff und Tag doch im oberen Preissegment angesiedelt sind. Noch schicker als ein Schiff macht sich allerdings ein eigener Palazzo am Kanal. Viktor Pinchuk, ukrainischer Multimillionär und Kunstmäzen, hat einen und verborgt ihn alle zwei Jahre seinem Land als Biennale-Pavillon.<span id="more-154"></span></p>
<p>MEHR ZUM THEMA<br />
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Herr Pinchuk hat Geld wie Sand am Meer, vielleicht wollten Illya Chichkan und Mihara Yasuhiro genau dies der Welt einfach einmal mitteilen: Unter dem Titel Steppes of Dreamers schütteten die beiden Designer-Künstler feinsten Strandsand in die Eingangshalle; den ersten Stock stylten sie zu einem Geisterschloss mit gruseliger Musik, Nebelschwaden, im künstlichem Wind flatternden Abendkleidern, bunten Glühbirnen in venezianischen Lustern und anderenMerkwürdigkeiten. Wie der immer wiederkehrende Geist der Ahnfrau kurvt ein blassblondes Fräulein durch die halbdunklen Räume. Auch am Kurator dieser an Be- und Andeutungen reichen Zeitreise ins 19. Jahrhundert wurde mit Schwergewichtsweltmeister Vladimir Klitschko nicht gespart.</p>
<p>&#8220;Die ganze Welt will hier dabei sein&#8221;, sagt Robert Fleck, Leiter der Bonner Kunsthalle, der in Venedig sein Geschichts- und Geschichtenbuch zur Biennale präsentierte: &#8220;Die teilnehmenden Länder haben sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt.&#8221;</p>
<p>Den Premierenauftritt von Abu Dhabi kuratierte Ex-Documenta-Chefin Catherine David. Das Beste sei gerade gut genug, sagt Fleck: &#8220;Diese Länder investieren unglaubliche Summen. Der Scheich ist gleich zu siebzigst angereist.&#8221;</p>
<p>Weniger opulent gestalten die Komoren ihren ersten Biennale-Auftritt. Ihr Pavillon - vermutlich der kleinste, vielleicht der eindrücklichste - ist am Canal Grande, genauer an der Riva degli Schiavoni, dem Sklavenufer, gestrandet. Wie im wirklichen Leben müssen die Komoren draußen bleiben: Sie halten sich auf einem Container-Boot als Boat-People über Wasser.</p>
<p>Täuschend echt die Sammlerleiche im Pool vor dem dänischen Pavillon; und drinnen langweilen sich die Ex-Lover in coolem Ambiente zu Tode. Krise auch bei Nachbars, das For sale-Schild verrät: Die können sich den Bungalow in bester Gartenlage nicht mehr leisten. Eh. Schmäh. In Wirklichkeit ist es der Gemeinschaftspavillon der Schweden, Norweger und Finnen, durch den ein slicker Makler die Besucher mit typischem Verkaufssprech führt. The Collectors nennt das dänisch-norwegische Künstlerduo Michael Elmgreen / Ingar Dragset den frechen Kommentar zu aktueller Kunst und Krise.</p>
<p>Fotos, Malerei, Konzeptkunst, alle Materialien, alle Medien, alle Stile. Aufregendes, Banales, Kitschiges, Sprödes, Kostbares, Schrott. Kunst-Ländereien weit über die Giardini hinaus über Venedig verteilt. Gute Steherqualitäten sind erforderlich, Schlangenbildung ist der diesjährige Biennale-Trend. In dieser Hinsicht besonders trendy: Frankreich, USA, Rumänien und die Briten. Hier ist gar eine Terminvereinbarung nötig, um das Halbstundenvideo von Steve McQueen sehen zu dürfen. Inmitten von spektakulärer Hier-bin-ich-Kunst die wunderbar stillen Zeichen-Sprach-Studien von Silvia Bächli im schweizerischen Pavillon.</p>
<p>Stellenweise ähneln die Giardini übrigens einer Einrichtungsmesse.Vor dem polnischen Pavillon stehen Umzugskisten, bei den Russen hat Gosha Ostretsov den Keller mit unheimlichen Holzrahmen und -räumen à la Ilya Kabakov verbaut. Im ersten Stock präsentiert Konzeptualist Pavel Pepperstein gezeichnete Vergangenheitsbewältigung als Sieg über die Zukunft.</p>
<p>Im Deutschen Pavillon ging der Brite Liam Gillick ans Werk. Mit einer Gründlichkeit, die man seinen Gastgebern nachsagt, zimmerte er quer durch die Räume eine Hellholz-Einbauküche: Sein demokratischer Eingriff in den von den Nazis umgebauten Herrschaftsbau. Die ausgestopfte Sprech-Katze auf dem Küchenkastl: sein Alter Ego?</p>
<p>Dass Gilliam im deutschen Länderpavillon präsentiert wurde, wirbelte im Vorfeld jede Menge Staub auf. Apropos: Die venezolanische Künstlerin Antonieta Sosa hat ihren Staub vom 11. 1. 1996 bis 13. 6. 1998 fein säuberlich in Dosen abgefüllt. Staub zu Staub. Im schwarz verhüllten japanischen Pavillon dekliniert Miwa Yanagi mit lebensgroßen Fotos das Vanitas-Thema neu. Alter. Vergänglichkeit. Hässlicher Tod.</p>
<p>Natura morta. Kunst als ökologisches Konzept: Roman Ondák holte die grünbepflanzte Außenwelt ins Innere des tschechischen Pavillons: Loop. Natürlicher Kreislauf. Bei den Österreichern Franziska und Lois Weinberger wird Kunst zu Mist. Und Mist zu Kunst</p>
<p> </p>
<p> </p>
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		<title>Johann Kresnik: &#8220;Das ist Behauptungstheater&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 20:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Bleiburg]]></category>

		<category><![CDATA[Johann Kresnik]]></category>

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		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<category><![CDATA[Vergangenheitsbewältigung]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Mitte der Bühne ein riesiges hölzernes Hakenkreuz; kein Zweifel, es geht um Nationalsozialismus und seine braunen Ausläufer bis in die Gegenwart. Bis nach Kärnten. 
&#8220;Am Kärntner Wesen wird die Welt genesen&#8221; , wird es später heißen, wenn die Wörter- und Bilderflut immer drastischer wird, Wasser, Blut, Quatsch, nackte Männer, barbusige Frauen. Und viel, viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Mitte der Bühne ein riesiges hölzernes Hakenkreuz; kein Zweifel, es geht um Nationalsozialismus und seine braunen Ausläufer bis in die Gegenwart. Bis nach Kärnten. </p>
<p>&#8220;Am Kärntner Wesen wird die Welt genesen&#8221; , wird es später heißen, wenn die Wörter- und Bilderflut immer drastischer wird, Wasser, Blut, Quatsch, nackte Männer, barbusige Frauen. Und viel, viel Stoff, aus dem Johann Kresniks aufwühlende Theatervisionen sind: <span id="more-161"></span>Sieben Tonnen Kleider, zu 200 Ballen geschnürt, hin- und hergeschoben, zu Mauern aufgeschichtet, erinnern daran, dass in den Konzentrationslagern den Häftlingen ihr Gewand abgenommen wurde als erster Schritt im mörderischen Persönlichkeits- und schließlich Lebensraub.</p>
<p><em>Auf uns kommt es an</em>, heißt die Jura Soyfer-Collage, mit der der in Südkärnten geborene Weltenbürger Kresnik von Xeno- und Homophobie erzählt, von Nazis und Partisanen, von Mut und Angst, Hoffnung und Verzweiflung, von Erinnern und Verdrängen, von Adolf Hitler und Jörg Haider. Da ist dann auch vom &#8220;Lebensmenschen&#8221; die Rede, von &#8220;verrückten Ortstafeln&#8221; , es fallen Worte wie &#8220;Slowenisierung&#8221; und &#8220;KZ Saualpe&#8221; .</p>
<p>Kresniks langjähriger Mitstreiter und Dramaturg Christoph Klimke hat die Haider-Passagen zwischen Texte aus Soyfers <em>Weltuntergang und Der Lechner Edi schaut ins Paradies</em>, zwischen Astoria, der Satire auf Österreichs Politik und Vineta, dem Synonym für die &#8220;Vergessenheitshauptstadt&#8221; Wien hineingewoben, brutal und direkt. Und dazwischen Sofers sehnsuchtsvolle Briefe an seine Freundinnen und vom Bleiburger Weltjazzer Karlheinz Miklin vertonte Lieder.</p>
<p>Finanziert wird der Kresnik-Abend aus dem Budgettopf für die Europaausstellung, Produzent ist der Slowenische Kulturverein, eine so noch nie dagewesene Kooperation. Auch die Besetzung ist ungewöhnlich: Bis auf den ProfiSchauspieler Andreas Seifert, der als Jura Soyfer erzählend, inszenierend durch die Szenenfolgen führt, spielen lauter Laien, Frauen und Männer aus der Gegend. &#8220;So wie Soyfer im KZ nicht mit Profis gespielt hat, sondern mit denen, die da waren. So sind halt jetzt wir da&#8221; , sagt Michael Stöckl. Und nur eine Mitwirkende wurde von der Nachbarin beschimpft, weil sie mitmacht. Sich auszieht. &#8220;Schämen soll ich mich, hat‘s mich angeschrien&#8221; , erzählt Helene Zenkel, fast verwundert.</p>
<p align="center">* * *</p>
<p><strong>Standard</strong>: Sie arbeiten ja immer wieder mit Laien, aber das Verhältnis zwölf zu eins ist, glaube ich, auch für Sie eine Premiere?</p>
<p><strong>Kresnik</strong>: Ich hatte anfangs panische Angst: lauter Laien. In meiner Heimat. Und nicht einmal drei Probenwochen. Das hätte ich vermutlich mit Berufsschauspielern nicht so schnell hingekriegt. Aber ich habe gleich am ersten Abend Textbücher und Rollen verteilt und nach drei Tagen gesagt, dass sie am Montag ihren Text können müssen. Das haben sie auch. Natürlich gibt es immer noch Hänger. Aber das macht auch den Reiz aus. Sie sind toll.</p>
<p><strong>Standard</strong>: Haben Sie bei der Auswahl des Soyfer-Stoffes auf den besonderen Ort - das zweisprachige Gebiet - und die spezielle Situation - Laiendarsteller - bedacht?</p>
<p><strong>Klimke</strong>: Natürlich. Soyfers Theaterstücke haben keine Tiefenpsychologie, da müssen Sie nicht lange rätseln mit den Figuren. Es ist Behauptungstheater, das können Sie mit Laien genauso gut spielen wie mit Profis. Und es gibt viele Anknüpfungspunkte zum Ort: Wirtschaftskrise, Kapitalismuskritik, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus. Bei Soyfer gibt es das Prinzip Verantwortung - so wie Kresnik, der sagt, jeder ist selbst für politische Zustände mitverantwortlich, ob in der Nazi-Zeit oder auch hier in Kärnten.</p>
<p><strong>Standard</strong>: Haider spielt - immer noch - eine große Rolle in Kärnten. In Ihrer Inszenierung machen Sie wenig Unterschied zwischen ihm und Hitler.</p>
<p><strong>Klimke</strong>: Vor ein paar Tagen waren wir im Gasthaus. Am Stammtisch sitzen sie von Jung bis Alt und sagen: ‚Der Adolf muss wieder her.‘ Aber nicht als Witz. Und dazu die ganze Haiderplatte, dass er umgebracht wurde. Für mich klang das wie Kabarett. Aber die meinen das ernst.</p>
<p><strong>Kresnik</strong>: Haider wird hier wie ein zweiter Jesus vergöttert, obwohl Kärnten am höchsten verschuldet ist und die meisten Arbeitslosen hat. Darüber redet man nicht. Ebenso wenig wie über den Nationalsozialismus oder über die Partisanen. Haider hatte ein ungeheures Charisma, man musste ehrlich bedauern, dass er nicht auf der anderen Seite stand.</p>
<p><strong>Standard</strong>: Mit Ihrer Karajan-Revue &#8220;Maestro&#8221; haben Sie voriges Jahr in Salzburg auch an einem Monument gerüttelt. Heuer ist der Skandal ein medialer Schlagabtausch zwischen Jürgen Flimm und Martin Kušej.</p>
<p><strong>Kresnik</strong>: Ich kenne beide, Flimm und Kušej, den ich ja nach Deutschland geholt habe. Wie der sich benimmt, weil er nicht Burgtheaterdirektor wurde, finde ich ganz beschissen. Aber nicht dieses Hickhack, sondern fehlende Inhalte muss man ernst nehmen. Wenn nur mehr elitäre Kunst übrigbleibt wie die Salzburger Festspiele: Das ist das Langweiligste, was es gibt.</p>
<p><strong>Standard</strong>: Wie hat Ihnen Kehlmanns Rede gegen das Regietheater gefallen?</p>
<p><strong>Kresnik</strong>: Eitel, selbstbezogen und inhaltlich uninteressant. Die konventionellen Inszenierungen nimmt ihm eh niemand weg. Obwohl: Ich könnte schon eine Skandal-Witwe in der Burka machen.</p>
<p><strong>Standard</strong>: Stermann und Grissemann hat Kritik am Haider-Mythos nicht gut bekommen. Wurden Sie nun auch bedroht?</p>
<p><strong>Kresnik</strong>: Nein, jetzt nicht, aber im Laufe meiner Karriere schon oft: Den Kommunisten Kresnik sollte man umbringen, hieß es. Aber ich will, auch in der Arbeit, vor allem über eine sozialistische Demokratie nachdenken</p>
<p> </p>
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		<title>Die Fallen der Fälle: Von wegen dem</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 18:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Dativ ist dem Genitiv sein Akkusativ. Oder so ähnlich. Bei einer Konkurrenzzeitung geraten Kollegen ressortübergreifend in die Fallen der Fälle. Wegen &#8220;diesem&#8221; Kollegen und laut &#8220;dem&#8221; Zeitungsbericht werden &#8220;den&#8221; Kindern aber gar grausame Grammatikregeln gelehrt. 
Hallo, Freunde!! &#8220;Lehren&#8221; klingt, bittedanke, allemal besser mit dem Akkusativ, &#8220;wegen&#8221; hingegen (wie übrigens auch &#8220;kraft&#8221; ) verlangt den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 17.15pt; mso-outline-level: 3; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto"><strong></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 4.8pt; mso-outline-level: 2; mso-line-height-alt: 14.4pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Der Dativ ist dem Genitiv sein Akkusativ. Oder so ähnlich. Bei einer Konkurrenzzeitung geraten Kollegen ressortübergreifend in die Fallen der Fälle. Wegen &#8220;diesem&#8221; Kollegen und laut &#8220;dem&#8221; Zeitungsbericht werden &#8220;den&#8221; Kindern aber gar grausame Grammatikregeln gelehrt. <span id="more-190"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 4.8pt; mso-outline-level: 2; mso-line-height-alt: 14.4pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Hallo, Freunde!! &#8220;Lehren&#8221; klingt, bittedanke, allemal besser mit dem Akkusativ, &#8220;wegen&#8221; hingegen (wie übrigens auch &#8220;kraft&#8221; ) verlangt den Genitiv. &#8220;Laut&#8221; sollte eher nur bei artikellosen Hauptwörtern den Dativ, bei Hauptwörtern mit Artikelbegleitung den Genitiv zur Folge haben. Ließe sich fortsetzen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Von wegen lehren: Weil britische Personalchefs rüpelhaftes Benehmen und rüde Sprachsitten der Schulabgänger beklagt haben, steht in einem südenglischen College das Pflichtfach &#8220;Manieren&#8221; auf dem Lehrplan.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Unterrichtet wird vermutlich: unfallfrei mit Messer und Gabel hantieren, nicht schlürfen, nicht schmatzen, nicht lümmeln, nicht schlingen. Und zur Wortschatzerweiterung wird Bittedankesagen geübt. </span></p>
<p><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE-AT; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA;">Stimmt schon, mitunter sind die Nachwüchse tatsächlich von jedweden Höflichkeitsfloskeln unberührt, nur ungern lassen sie sich ein spießiges &#8220;Bitte&#8221; abringen, und ihren Beitrag zur Abendunterhaltung beschränken sie auf ein knappes &#8220;eh geil&#8221; . Dafür brauchen sie keinen Geni-, Da- oder Akkusativ. Nur geduldige Eltern. Oder eben das Pflichtfach&#8221;Manieren&#8221;. </span></p>
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		<title>Krisenfeste Einkaufsräusche: Teuerster Zahnstocher</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 20:15:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Auktion]]></category>

		<category><![CDATA[Glosse]]></category>

		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>

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		<description><![CDATA[Bilder, Kleider, Bücher. CDs, DVDs, Schuhe, Taschen, LCD-Fernseher, Gold, Silber, Trallala, 700.000 einkaufssüchtige und noch viel mehr einkaufswütige Österreicher tigern Einkaufsstraßen rauf und runter, Krise findet in der ganzen Welt, in Kärnten, nur nicht beim Shopping statt - es sei denn, man kriegt nicht, was man begehrt.
Zielvorgabe in der einkaufsberauschten Vorweihnachtszeit ist offensichtlich: Haben. Wollen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 4.8pt; mso-outline-level: 2; mso-line-height-alt: 14.4pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Bilder, Kleider, Bücher. CDs, DVDs, Schuhe, Taschen, LCD-Fernseher, Gold, Silber, Trallala, 700.000 einkaufssüchtige und noch viel mehr einkaufswütige Österreicher tigern Einkaufsstraßen rauf und runter, Krise findet in der ganzen Welt, in Kärnten, nur nicht beim Shopping statt - es sei denn, man kriegt nicht, was man begehrt.<span id="more-198"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Zielvorgabe in der einkaufsberauschten Vorweihnachtszeit ist offensichtlich: Haben. Wollen. Und zwar alles. Jetzt!</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Sogar ein Dings, mit dem bereits jemand anderer Essensreste zwischen den Zähnen herausgekratzt hat, war jemandem viel Geld wert. Gut, dieses Dings war der Zahnstocher des britischen Schriftstellers Charles Dickens, zudem kein Wegwerfhölzel, sondern ein edel gearbeitetes, mit Initialen versehenes Staberl aus Gold und Elfenbein und steter Reisebegleiter des 1870 verstorbenen Autors der <em><span style="font-family: Arial;">Weihnachtsgeschichte</span></em>.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Im New Yorker Auktionshaus Bonhams wurde diese zahnhygienische Hinterlassenschaft um flockige 9150 Dollar (6200 Euro und doppelt so viel wie erwartet) versteigert.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Egal, ob der neue Besitzer den teuersten Zahnstocher der Welt nun selbst in den Mund stecken oder in einem Schrein verehren will, sicher ist: Der Quadratzentimeterpreis ist um etliches höher als jener von Arnulf Rainer. Von zeitgenössischen Zahnstochern ganz zu schweigen</span></p>
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		<title>Haider-Denkmal: Künstler unbekannt</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 18:34:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Haider]]></category>

		<category><![CDATA[Handschlag]]></category>

		<category><![CDATA[Kärnten]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, hier soll nicht auf die allgemeinen Handschläge und besonderen Qualitäten des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes eingegangen werden. Unbestritten schüttelte Jörg Haider viele, viele Hände und merkte sich auch jeden dazugehörigen Vornamen. Is ja nur a Landle, a klans.
Auch keine praktische Haider-Besichtigungstourenkarte soll hier nachgereicht werden, auf der alle Gedenkorte, -plätze, -brücken und -ausstellungen eingezeichnet sind.
Wiens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 17.15pt; mso-outline-level: 3; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Nein, hier soll nicht auf die allgemeinen Handschläge und besonderen Qualitäten des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes eingegangen werden. Unbestritten schüttelte Jörg Haider viele, viele Hände und merkte sich auch jeden dazugehörigen Vornamen. Is ja nur a Landle, a klans.<span id="more-195"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Auch keine praktische Haider-Besichtigungstourenkarte soll hier nachgereicht werden, auf der alle Gedenkorte, -plätze, -brücken und -ausstellungen eingezeichnet sind.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Wiens toter Bürgermeister Helmut Zilk kriegt für seinen Namen nur ein kleines Plätzchen, Jörg Haider, Kärntens ehemaliger Sonnenschein (fast) alles. Nur einen zwölf Meter hohen, von innen beleuchteten <em><span style="font-family: Arial;">Lichtturm aus Autoblech</span></em>, den der Kärntner Künstler Harry Jeschofnig um 20.000 Euro nahe der Unfallstelle errichten wollte, lehnten Land und Witwe ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Dafür wurde dieser Tage vor dem Klagenfurter Bergbaumuseum ein Denkmal enthüllt: zwei schwarze Granitsäulen, dazwischen fünf Händepaare aus Kupfer, die sich einander reichen. Tun.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">&#8220;Hand in Hand fürs Vaterland&#8221; wurde durch die Privatinitiative des Vereins Kraftholz aus St. Georgen im Lavanttal realisiert. Nur: Wie heißt eigentlich der Künstler, der dieses &#8220;Zeichen der Dankbarkeit&#8221; (LH Gerhard Dörfler) schuf? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Wird sein Name verschwiegen, weil Künstler prinzipiell eh nicht wichtig sind? Oder geniert sich Anonymus gar dafür? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">(DER STANDARD/Printausgabe, 05./06.12.2009)</span></p>
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		<title>Arnulf Rainer: Frohsinniges Wetter für die Kunst</title>
		<link>http://www.andreaschurian.at/der-standard/arnulf-rainer-frohsinniges-wetter-fur-die-kunst/andrea-schurian/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 18:39:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Arnulf Rainer]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

		<category><![CDATA[Übermaler]]></category>

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		<description><![CDATA[04. 
Er raucht nicht, trinkt nicht und, seit er auf den Anti-Aging-Papst Johannes Huber hört, isst er auch nichts mehr nach sechzehn Uhr. So gesehen waren die letzten Monate ein wenig hart für Arnulf Rainer: Rund um die Eröffnung seines Museums in Baden im September war Dinner-Cancelling jedenfalls nicht drin; auch nicht, als seine Tochter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 6pt 14.4pt 7.2pt; LINE-HEIGHT: 14.75pt; TEXT-ALIGN: right" align="right"><span style="font-size: 9pt; color: #000000; font-family: Arial;">04. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Er raucht nicht, trinkt nicht und, seit er auf den Anti-Aging-Papst Johannes Huber hört, isst er auch nichts mehr nach sechzehn Uhr. So gesehen waren die letzten Monate ein wenig hart für Arnulf Rainer: Rund um die Eröffnung seines Museums in Baden im September war Dinner-Cancelling jedenfalls nicht drin; auch nicht, als seine Tochter kürzlich im Rainer-Museum heiratete. Das würden jetzt übrigens viele Paare wollen; und, frohlockt Rainer, der für seine Geschäftstüchtigkeit fast ebenso berühmt ist wie für seine Übermalungen, &#8220;das ist gut als neue Einnahmequelle fürs Museum.&#8221; <span id="more-197"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Ehe ihn nun womöglich Festivitäten zu seinem 80. Geburtstag am 8. Dezember wieder vom Abendfasten abhalten, flog Rainer - wie immer um diese Zeit - nach Teneriffa: &#8220;Da herrscht frohsinniges <a href="http://derstandard.at/Wetter" target="_blank"><span style="color: #162964;">Wetter</span></a>, in Österreich versinke ich im Winter in Melancholie. Ich habe eine Sehnsucht nach Arbeit, der kann ich hier nachgehen.&#8221; Aktuell geht er der Bearbeitung von Frauenpostkarten aus der Jugendzeit seiner Mutter nach. Das Salzburger MdM zeigt übrigens bis 7. 2. 2010 eine Serie seiner Frauenbilder. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">An konzentrierten Maltagen, ob auf Teneriffa oder in Enzenkirchen, geht Rainer nicht ans Telefon, isst den ganzen Tag nichts, trinkt höchstens Tee, denn &#8220;man muss einen leeren Magen haben, sonst geht das Hirn nicht&#8221; , Malen sei eine Frage der Konzentration, &#8220;ich muss mich beim Malen konzentrieren wie der Schauspieler auf der Bühne.&#8221; Je älter er werde, sagt er, umso mehr und umso intensiver arbeite er, mehr noch als früher. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Mit blankem Schaudern erinnert er sich an seine akademische Karriere. 1994 wurden in seinem Atelier an der Akademie am Schillerplatz vierzig Bilder, die zuvor im New Yorker Guggenheim-Museum ausgestellt waren, von unbekannt überschmiert. Wiens Kunst-Society hatte ihren Skandal, es wurde gemunkelt und getuschelt, vermutet und verdächtigt, und noch heute grämt er sich darüber, wie wenig Unterstützung er von der Akademie bekam: &#8220;Der damalige Rektor hat zwei Monate danach erstmals den Tatort besucht und festgestellt, das sei ausschließlich meine Privatangelegenheit.&#8221; Rainer war zutiefst verletzt, erkrankte schwer und dankte vorzeitig ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">So bitter das professorale Ende, so frustrierend war auch der studentische Start. Ein Tag an der Hochschule für angewandte Kunst reichte, und Rainer wechselte an die Akademie. Doch &#8220;an der Angewandten erlebte ich einen kleinen Schock, an der Akademie einen großen&#8221; , nach weiteren drei Tagen brach er seine Studienversuche endgültig ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">In den Kunstzentren Europas sei er der engstirnigen, postnationalsozialistischen österreichischen Provinzialität entkommen. Außerdem sei er dreimal im Hafen der Ehe gelandet, jeweils gefolgt von Traumscheidungen: &#8220;Nie hab ich Alimente zahlen müssen. Im Gegenteil&#8221;, feixt er, &#8220;die Frauen haben sich gefürchtet, dass sie mir was zahlen müssen.&#8221; Ohne Trauschein, aber mit Bestand lebt er seit vielen Jahren mit der Fotografin Hannelore Dietz; gemeinsam mit Tochter Clara bildet sie sein Ausstellungsorganisationskomittee - etwa für seine große Personale in der Münchner Pinakothek im kommenden Frühjahr.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Heilfroh sei er, der Kuratorin beim Bilderschauen im Atelier nicht Gesellschaft leisten zu müssen: &#8220;Das regt mich zu sehr auf. Ich sehe sofort, da könnt&#8217; ich noch drübermalen. Ich bin auf Lücken fokussiert, wie ein Zahnarzt.&#8221; <em><span style="font-family: Arial;">Nada-Malerei</span></em> nannte es der Lückenspezialist in den 1950er-Jahren, als er leere Bilderrahmen an die Wand hängte. Bei seinen <em><span style="font-family: Arial;">Nachäffungen</span></em> versuchte er, die spontane Malgestik von Schimpansen nachzuempfinden. Er beschäftigte sich mit der Kunst Geisteskranker, schluckte unter ärztlicher Aufsicht LSD und Psilocybin und beschäftigte sich in seinen Kruzifikationen mit dem Kreuz als religiösem Paradigma. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Er übermalte Totenmasken, Bilder von Schlangen, Pflanzen, alten Meistern. Fotos, auch von sich selbst: &#8220;Natürlich bin ich eitel, jeder Mensch ist das. Aber wer meine Selbstporträts kennt, kann nicht wirklich behaupten, dass ich mich verschönt habe.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Als altersweise möchte er sich übrigens nicht bezeichnen, denn &#8220;das kann man doch von sich nicht behaupten. Aber ich bin altersmilde geworden&#8221; . Und das klingt dann so: &#8220;Es gibt ja den Ablebensbonus. Ich kenne Künstler, die sagen, sie werden&#8217;s nicht mehr lang machen, nur um das Geschäft zu beleben.&#8221;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;"><span style="mso-spacerun: yes"> </span>( DER STANDARD/Printausgabe, 05./06.12.2009)</span></p>
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		<item>
		<title>Meina Schellander: &#8220;Ich begebe mich auf mehrere Wege gleichzeitig&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 18:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

		<category><![CDATA[Meina Schellander]]></category>

		<category><![CDATA[Verspannungskünstlerin]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Verspannungskünstlerin Meina Schellander verknüpft ihre Seelenlandschaften mit der realen Welt. 
Natur heilt heißt eine Arbeit aus ihrer Serie Zeit-Land-Anteile: Fotografien vom Himmel, von vertrockneten Sonnenblumen, Baumrinden, Waldstücken, Stoppelfeldern stellt sie Zeichnungen gegenüber; greift die Formenvielfalt der Natur auf, entwickelt sie weiter. Spinnt sie fort. 
Oder sie hängt riesige Fotos in die Landschaft, ein über die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 6pt 14.4pt -10.8pt; LINE-HEIGHT: 14.75pt"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 7.4pt 6pt 7.4pt 7.2pt; LINE-HEIGHT: 14.75pt; TEXT-ALIGN: right" align="right"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; font-family: Arial;">Verspannungskünstlerin Meina Schellander verknüpft ihre Seelenlandschaften mit der realen Welt. </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><em><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Natur heilt</span></em><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;"> heißt eine Arbeit aus ihrer Serie <em><span style="font-family: Arial;">Zeit-Land-Anteile</span></em>: Fotografien vom Himmel, von vertrockneten Sonnenblumen, Baumrinden, Waldstücken, Stoppelfeldern stellt sie Zeichnungen gegenüber; greift die Formenvielfalt der Natur auf, entwickelt sie weiter. Spinnt sie fort. <span id="more-196"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Oder sie hängt riesige Fotos in die Landschaft, ein über die Straße gespannter, buchstäblich spannender Dialog zwischen realer und Kunstlandschaft. &#8220;Mein eigener Innenraum besetzt mich stärker als der, den ich außen sehe. Und wenn ich sage: Ich bin leer, dann bringe ich genau diesen Leerraum in die Kunst. Wir sind alle Teil dieses Kosmos.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Seit den 1970er-Jahren verknüpft Meina Schellander ihre inneren Räume mit der Außenwelt, ihre Seelenlandschaften mit der Natur. Manchmal tut sie das im wahrsten Sinn des Wortes, umnäht und umschlängelt Kirchen und Häuser mit dicken Seilen: &#8220;Ich kann das in mich aufwickeln wie auf eine Spule und dann wieder abwickeln.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><em><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Composite elements</span></em><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;"> nennt Verspannungskünstlerin Meina Schellander jene Serie, die sie eigens für diese Klima-Schwerpunktausgabe des Standard gestaltet hat: Kompositionen aus verschiedensten Phasen ihres Schaffens, versehen mit Sprache und neuem Sinn. In neuem Licht. &#8220;Ich arbeite in großen Bögen. Bei mir ist alles in Schichten aufgebaut: malerisch, zeichnerisch, sprachlich. Ich begebe mich immer auf mehrere Wege gleichzeitig.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Geboren 1946 als Tochter einer Schneiderin in Ludmannsdorf in Kärnten, wurde ihr die Liebe zum Faden, die Faszination der Linie schon in die Wiege gelegt: &#8220;Meine Mutter hat Tag und Nacht genäht. Und ich habe ihr geholfen, vor allem in den Ferien habe ich mitgearbeitet, von klein auf eingefädelt.&#8221; Die Mutter, erinnert sich die Künstlerin, habe ohne exakte Schnitte genäht: &#8220;Sie hat auf den Menschen, auf den Körper, hingearbeitet. Bei mir passiert nichts anderes. Ich sehe den Platz und arbeite auf ihn hin. Ich sehe den Raum und weiß, was ich zu tun habe. Wenn es passt, dann bin ich glücklich. Dieses Glückserlebnis lässt sich kaum ersetzen.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Steinschwere Kunst</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Ursprünglich wollte das Mädel vom Land ihr Glück als Volkschullehrerin finden. Aber kurz vor der Matura ermunterte sie die Zeichenlehrerin zur Aufnahmsprüfung an der Akademie in Wien. Schellander studierte Grafik bei Maximilian Melcher, machte ihre ersten <em><span style="font-family: Arial;">Bewusstseinsskizzen</span></em>, las Wittgenstein, schrieb das Manifest <em><span style="font-family: Arial;">Das kranke Haus der kranken Gegenstände</span></em> und wuchs nach zwei Jahren an der Akademie mit ihren Objekten prakatisch über sich und die Meisterklasse hinaus. In ihrem winzigen Studentenzimmer mussten die Fenster immer offen bleiben, denn &#8220;Teile der Objekte haben durch das Fenster ins Freie geragt&#8221;. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Meina Schellander, alleinerziehende Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter, ist keine, die sich von der normativen Kraft des Faktischen zu Kompromissen zwingen lässt, nur um eventuell ein bisschen sorgenfreier leben zu können. &#8220;Brav Bilder malen, zu einer Galerie gehen und ausstellen: Das war mir suspekt. Mich interessieren so viele Dinge, da kann ich nicht sagen: Danke, das passt nicht in mein Vokabular.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Mit Steinen, die schon von der Natur abgerieben und geformt sind, arbeitet sie besonders gern. Ein Stein, siebzehn Tonnen schwer, &#8220;ein Trumm, das aussieht wie ein Untier&#8221;, wartet beispielsweise seit 1976 darauf, von ihr in Kunst umgewandelt zu werden. Immer wieder muss sie größere Projekte unterbrechen, weil das Geld fehlt. &#8220;Und irgendwann fragt man sich dann schon: Kann ich das nach 20, 30 Jahren überhaupt noch so machen wie geplant?&#8221; Anfangs wurde die Künstlerin von der Mutter unterstützt. &#8220;Das Wenige, das sie hatte, hat sie immer mit mir geteilt und ist zu mir gestanden - auch während meiner kritischen Phasen.&#8221; Kleine Pause: &#8220;Und die sind eigentlich eh immer da.&#8221; Auch wenn sie mittlerweile ganz gut verkauft, vor allem kleinere Arbeiten: &#8220;Die liebe ich selber. Aber die wollen andere auch. Von den großen Arbeiten gäbe es jede Menge, von denen ich mich losreißen könnte. Die lagern in Kartonagen, fein säuberlich beschriftet. Keiner kommt und holt das ab.&#8221; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Ihre erste große Arbeit im öffentlichen Raum realisierte sie1973 mit dem Findling im Kärntner Krastal: ein riesiger, tonnenschwerer Stein, meterhoch über dem Boden schwebend; und ein bisschen schwebte und schwang die Künstlerin mit, bei Wind und <a href="http://derstandard.at/Wetter" target="_blank"><span style="color: #162964;">Wetter</span></a>, die Innenwelt in der Außenwelt in der Kunstwelt: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">&#8220;Ich war scheinbar immer bestrebt, die Schwere aufzulösen. Das Gewicht, das einen belastet, vom Boden aufzuheben, aber trotzdem real im Raum zu bleiben.&#8221; (Andrea Schurian, DER STANDARD/Printausgabe, 05./06.12.2009)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span lang="DE-AT"><span style="font-size: small; font-family: Times New Roman;"> </span></span></p>
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		</item>
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		<title>Peter Pakesch: &#8220;Keine Bewerbung für das Mumok&#8221;</title>
		<link>http://www.andreaschurian.at/der-standard/peter-pakesch-keine-bewerbung-fur-das-mumok/andrea-schurian/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 18:31:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Joanneum]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

		<category><![CDATA[Mumok]]></category>

		<category><![CDATA[Peter Pakesch]]></category>

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		<description><![CDATA[                          Peter Pakesch, künstlerischer Leiter des Grazer Universalmuseums Joanneum, im Interview
***
ASch: Nächstes Jahr steht das Universalmuseum Joanneum unter dem Generalthema &#8220;So lebt der Mensch&#8221; : Wie vermeidet man bei diesem Titel, unter den alles und nichts zu subsumieren ist, die fast zwangsläufige Beliebigkeit?
Pakesch: Unser Konzept ist tatsächlich sehr weit gefasst, es geht um Lebensbedingungen, Lebenskonditionen. Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 6pt 14.4pt 7.2pt; TEXT-INDENT: -18pt; LINE-HEIGHT: 14.75pt; TEXT-ALIGN: right; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 36.0pt" align="right"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; font-family: Symbol; mso-fareast-font-family: Symbol; mso-bidi-font-family: Symbol;"><span style="mso-list: Ignore"><span style="font-family: 'Times New Roman';">                          </span></span></span><strong><span style="font-size: 10.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Peter Pakesch, künstlerischer Leiter des Grazer Universalmuseums Joanneum, im Interview</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt; TEXT-ALIGN: center" align="center"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">***</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Nächstes Jahr steht das Universalmuseum Joanneum unter dem Generalthema &#8220;So lebt der Mensch&#8221; : Wie vermeidet man bei diesem Titel, unter den alles und nichts zu subsumieren ist, die fast zwangsläufige Beliebigkeit?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Unser Konzept ist tatsächlich sehr weit gefasst, es geht um Lebensbedingungen, Lebenskonditionen. Im Kunsthaus etwa wird sehr drastisch über Existenzbedingungen des Menschen heute und den von Hannah Arendt geprägten Begriff der &#8220;Human Condition&#8221; verhandelt. Auf der anderen Seite wird es beispielsweise im Volkskundemuseum eine Ausstellung geben unter dem Titel L(i)eben; wo die Geschichte der Homosexualität in der Steiermark aufgearbeitet wird. <span id="more-194"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Die Neue Galerie wird vorübergehend geschlossen, ehe sie ins Joanneumsviertel übersiedelt, das 2011 - rechtzeitig zur 200-Jahr-Feier des Joanneums - fertig sein soll. Peter Weibel, Chefkurator der Neuen Galerie, äußert sich in Interviews wenig froh darüber. Haben Sie beide keine Zeit, das intern zu bereden?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Die Punkte, über die er sich aufregt, kamen unerwartet und widersprechen all dem, was wir in Gesprächen in letzter Zeit gemeinsam entwickelt haben. Die Übersiedlung ins Joanneumsviertel hat die Neue Galerie mit großem Interesse verfolgt. Jetzt ist Peter Weibel mit einigen architektonischen Lösungen nicht mehr zufrieden. Von meiner Seite gäbe es jedenfalls genügend Möglichkeiten und Angebote, sich zu treffen. Und bei den meisten inhaltlichen Fragen gibt es aus meiner Sicht auch kaum Differenzen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Er fühlt sich als Chefkurator der Neuen Galerie benachteiligt &#8230;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: &#8230; obwohl die Neue Galerie mehr als alle anderen Abteilungen gewachsen ist - bei gleichbleibendem Budget des Joanneums. Das Ausrichten einer großen monografischen Ausstellung, die es vorher in dem Ausmaß an dem Haus nicht gegeben hat - nämlich seine eigene Personale vor vier Jahren, die er sogar selbst kuratiert hat -, kann man nicht wirklich als Marginalisierung bezeichnen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: In Wien wird seit Jahren an einer Museumsordnung herumgedoktert; einige Direktoren sind einander spinnefeind. Wie sehen Sie das aus sicherer Distanz: Soll die Ministerin die Museumsprofile verordnen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Verordnen nicht. Aber es macht Sinn, wenn der Eigentümer bestimmte Hauptthemen vorgibt. Die Museumsordnung, wie sie auf Bundesebene gelebt wird, hat noch mit jener der 1920er-Jahre zu tun, da ist museumspolitisch bisher nicht wirklich viel weitergegangen. Andererseits wurden museale Spezifika - Albertina, Mak nicht in dem Sinn, wie sie gewachsen sind, weiterentwickelt, sondern eher in Richtung Mainstream. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Wie schwierig ist es, Qualität zu bieten, wenn von der Politik Quoten erwartet werden?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Für mich ist unsere derzeitige Warhol-Ausstellung ein Beispiel dafür, dass man große Namen mit hoher Qualität machen kann. Das halte ich sowieso für wichtig: Je wichtiger und bedeutender ein Künstler, umso höher muss die Qualität sein, was bei vielen Ausstellungen nicht der Fall ist. Ich halte es generell für schwieriger, wirklich gute Ausstellungen mit großen Namen zu machen. Für den Erfolg eines Museums halte ich es für wichtig, ein heterogenes Programm zu bieten. Das heißt, anspruchsvolle Ausstellungen zu machen und sie mit sogenannten Rennern zu unterfüttern. Nur zu zeigen, was die Besucher sowieso sehen wollen, ist meiner Meinung nach nicht nachhaltig; irgendwann gehen die Blockbuster-Themen aus, und dann fällt das Publikum in ein tiefes Loch.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Einige wichtige Direktorenposten in Wien sind vakant, die Nachfolge Köbs im Mumok ist noch offen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Es wird von großer Bedeutung sein, wer das Mumok künftig leiten wird. Gegenwartskunst ist, nach Edelbert Köb, nicht mehr ohne Mumok zu denken. Köb hat es geschafft, das Mumok ins Zentrum zu rücken. Die Besetzung wird auch eine große Außenwirkung haben und wichtig sein im internationalen Kontext.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Werden Sie sich bewerben?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Nein. Ich habe keine Bewerbung abgegeben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">ASch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Was, wenn Sie von der Ministerin gefragt werden?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Pakesch</span></strong><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">: Ich denke, dass ich hier in Graz eine Riesenaufgabe habe, die ich auf jeden Fall bis über das Jubiläum 2011 hinaus verfolgen will. Wir stehen budgetär vor großen Herausforderungen; wir haben den vierten kulturpolitischen Wechsel innerhalb von sechs Jahren gehabt. Es herrscht im Museum derzeit viel Unsicherheit. Ich würde es als unfair empfinden, jetzt wegzugehen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">(DER Standard/Printausgabe, 01.12.2009)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><strong><span style="font-size: 10pt; color: #000000; font-family: Arial;">Zur Person:</span></strong><span style="font-size: 10pt; color: #000000; font-family: Arial;"><br />
Geboren 1955 in Graz, eröffnete Peter Pakesch 1981 seine erste Galerie in Wien mit Künstlern wie Franz West, Martin Kippenberger, Herbert Brandl und Heimo Zobernig. 1986 gründete er mit dem Grazer Kulturpolitiker Helmut Strobl den Grazer Kunstverein; Von 1996 bis 2002 leitete er die Basler Kunsthalle. Seit 2003 ist er Intendant des Joanneums.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span lang="DE-AT"><span style="font-size: small; font-family: Times New Roman;"> </span></span></p>
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		<title>Der Adels-Schmäh: Erzherzogin im roten Wien</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 18:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Auszeichnung]]></category>

		<category><![CDATA[Francesca Habsburg]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[

Frau Habsburg kann nun also, falls sie sonst gerade keinen Schmuck zur Hand hat, die frisch gewonnene Verdienstmedaille in Gold beim nächsten Opernball um den Hals hängen. So viel zur schönen Zukunft. Vielleicht aber doch noch ein paar Zeilen zur jüngsten Wiener Verleihungsvergangenheit.


Weil nämlich: Es ist schon einfach zum Nachdenken, wenn Wiens sozialdemokratischer Kulturstadtrat Andreas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 4.8pt; mso-outline-level: 2; mso-line-height-alt: 14.4pt">
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt; LINE-HEIGHT: 17.15pt; mso-outline-level: 3; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto"><strong></strong></p>
<p><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Frau Habsburg kann nun also, falls sie sonst gerade keinen Schmuck zur Hand hat, die frisch gewonnene Verdienstmedaille in Gold beim nächsten Opernball um den Hals hängen. So viel zur schönen Zukunft. Vielleicht aber doch noch ein paar Zeilen zur jüngsten Wiener Verleihungsvergangenheit.<span id="more-193"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 4.8pt; mso-outline-level: 2; mso-line-height-alt: 14.4pt">
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt">
<div class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;"><span onmouseover="window.status='Mehr Information zu diesem Werbeformat'; return true;" onmouseout="window.status=''; return true;">Weil nämlich: Es ist schon einfach zum Nachdenken, wenn Wiens sozialdemokratischer Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Goldpletschn froh einer &#8220;echten Erzherzogin&#8221; überreichte. </span></span></div>
<div></div>
<p><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;"></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Mailath-Pokorny mag angesichts der geforderten Lockerheit einer Ordensverleihung in der mit feiner Gesellschaft durchzogenen Kunstszene einen Schmäh gemacht haben wollen. Nur hat er dabei flott die Grenzen der österreichischen Verfassung überschritten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">In der Tat könnte ja ernsthaft darüber diskutiert werden, ob Nachkommen der Habsburger nicht auch für das Bundespräsidentenamt kandidieren können sollten. Aber unverhandelbar ist: Es gibt keinen Erzherzog und in Folge auch keine &#8220;echte Erzherzogin&#8221; mehr in Österreich. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Man ist ja von unseren Politikern gewöhnt, dass sie die Gesetze nicht kennen (Dörflers verrückte Ortstafeln) und daher vielleicht auch nicht wissen, dass Adelstitel in Österreich seit 1918 abgeschafft wurden - in einer republikanischen Radikalität, auf die dieses Land ausnahmsweise wirklich stolz sein könnte.(DER STANDARD/Printausgabe, 01.12.2009)</span></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p></span></p>
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		<title>Wolfgang Flatz: Ein wilder Hund</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 18:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Aktionismus]]></category>

		<category><![CDATA[Flatz]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie&#8217;s Herrl, so&#8217;s Gscherl, wie der Kerl, so die Dogge. Also hieß Hitlers Nachfolger Flatz. Und dessen Nachfolger Herr Professor. Nur das Herrchen all dieser Doggen bleibt immer der gleiche wilde Hund: Wolfgang Flatz.  In Rom ist er übrigens gerade wieder sehr wild. 
Während einer Gruppenausstellung in einem ehemaligen römischen Jugendgefängnis ließ er sich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Wie&#8217;s Herrl, so&#8217;s Gscherl, wie der Kerl, so die Dogge. Also hieß Hitlers Nachfolger Flatz. Und dessen Nachfolger Herr Professor. Nur das Herrchen all dieser Doggen bleibt immer der gleiche wilde Hund: Wolfgang Flatz. <span style="mso-spacerun: yes"> </span>In Rom ist er übrigens gerade wieder sehr wild. <span id="more-192"></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Während einer Gruppenausstellung in einem ehemaligen römischen Jugendgefängnis ließ er sich in Fantasiehäfenklamotten in eine Zelle einlochen und bemalte, weil Häftlinge das in Krimis ja auch tun, die Wände. Das italienische Kulturministerium war ob dieser mäßig originellen Provokation grantig, ließ Flatz ganz in echt abführen und die Schau schließen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Cool für Flatz. Denn nun folgt, wie das Amen im Gebet, der wichtigste Akt: Freiheitskampf für die eingesperrte Kunst. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Flatz fordert, dass die Wände bleiben, wie er sie schuf; und der Direktor der Münchner Alten Pinakothek, offenbar ein Mann mit Tagesfreizeit, will gar eine Stiftung gründen, um diese &#8220;Sixtinische Kapelle der Gefangenen&#8221; (O-Ton) zu erhalten. Ein Kurator sagt, der ministerielle Schließungsbefehl sei nicht wegen Flatz, sondern wegen politischer Hochbrisanz der Ausstellung (made by A) gesperrt worden. Nach zwei Wochen? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 8pt 0cm; LINE-HEIGHT: 16pt"><span style="font-size: 11.5pt; color: #000000; font-family: Arial;">Rom sollte sich zensurmäßig an Peking orientieren: Da wird ruckzuck schon vor der Vernissage im ganzen Viertel der Strom abgedreht, bis die böse Kunst wieder weg ist. Da schaut es in Ö und um Ö und um Ö herum ja gar nicht so finster aus. (Andrea Schurian, DER STANDARD/Printausgabe, 28./29.11.2009)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span lang="DE-AT"><span style="font-size: small; font-family: Times New Roman;"> </span></span></p>
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