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	<title>Andrea Schurian</title>
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	<description>Kunst Kultur Kommentare Kolumnen</description>
	<pubDate>Mon, 08 Oct 2018 10:10:41 +0000</pubDate>
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		<title>Paulus Manker: &#8220;Wennst nix kannst, musst die Pappn halten&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2016 16:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
 Paulus Manker ist die Rabiatperle unter den heimischen Regisseuren. „Alma – A Show Biz ans Ende“ wird wohl für immer aus der Roigkhalle in Wiener Neustadt aussiedeln müssen, seit sich Manker mit dem Besitzer der Halle nur mehr vor Gericht trifft
Dabei hatte vor zwei Jahren  zunächst noch eitel Wonne geherrscht. Manker war mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;">Paulus Manker ist die Rabiatperle unter den heimischen Regisseuren. „Alma – A Show Biz ans Ende“ wird wohl für immer aus der Roigkhalle in Wiener Neustadt aussiedeln müssen, seit sich Manker mit dem Besitzer der Halle nur mehr vor Gericht trifft</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Dabei hatte vor zwei Jahren  zunächst noch eitel Wonne geherrscht. Manker war mit seiner Erfolgsproduktion &#8220;Alma&#8221; auf Herbergssuche gewesen; Kunstmäzen Christian Blazek hatte ihm kostenlos einen Teil der Roigk-Hallen in Wiener Neustadt überlassen. Von Landeshauptmann Erwin Pröll abwärts wurde glücklich Premiere gefeiert. Imvergangenen Jahr sah es weniger rosig aus, nachdem eine benachbarte Firma die Spielhallen als Lagerraum nutzte, das Mobiliar der Produktion entfernte und &#8220;in den Regen stellte&#8221;, so Manker. Blazek sagt, man habe Manker per E-Mail informiert. Manker sagt, man habe nicht – und brachte Besitzstörungsklage ein. Die daraufhin erfolgte Einigung war brüchig. Und seither ist die Stimmung mehr als frostig. Blackout Anfang November schlagzeilte der Boulevard über Manker als &#8220;Lokführer des Grauens&#8221;: </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span id="more-258"></span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Manker habe mit einer Lok mutwillig das Hallentor durchbrochen, in der Halle gelagertes Material zerstört und enormen Schaden angerichtet. Blazek erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, diese ermittelt wegen schwerer Sachbeschädigung, fahrlässiger Gemeingefährdung und unbefugter Inbetriebnahme fremder Fahrzeuge. So nicht wahr, ließ Manker via Anwalt ausrichten und klagte seinerseits wegen Rufschädigung und übler Nachrede. Er habe zur Vorbereitung für Aufführungen mit der Lok eine Kontrollfahrt gemacht. Zu dem Unfall sei es auch deshalb gekommen, weil in der Halle völlige Dunkelheit geherrscht habe. Der Strom sei vom Besitzer abgedreht worden, er habe die Lage beim Rückwärtsfahren falsch eingeschätzt. Blackout auf allen Linien also. Und so wird er die Serbenhalle für &#8220;Die letzten Tage der Menschheit&#8221; auch nicht in ein Kraus&#8217;sches Marstheater verwalten. Seine Zivilklage gegen seinen ehemaligen Mäzen (es geht um 195.000 Euro Schadensersatz, die Manker in die Vorbereitungen für &#8221;Die letzten Tage&#8221; investiert hat) ist auf 9. Mai vertagt worden. <span style="line-height: 115%; font-family: "> </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Ich habe Sie beobachtet, wie Sie bei Alma einer Zuschauerin</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>das Handy unsanft entrissen haben. Sind Sie da tatsächlich wütend – oder ist das Teil der Selbstinszenierung?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Das Publikum hat ja bei uns alle Freiheiten, kann sich bewegen, mitten unter uns in der Dekoration sitzen, Requisiten angreifen, es darf alles – nur stören darf es nicht!</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Ich kann ja nicht mit jedem zu verhandeln beginnen, dessen Handy plötzlich läutet. Und dann gibt’s welche, die gehen da auch noch dran</span><span style="font-size: small;"> – zwanzig Zentimeter neben den Schauspielern! Denen wird natürlich das Handy abgenommen und durchs geschlossene Fenster entsorgt. Interessanterweise sind es nie junge, sondern immer ältere Leute, vor allem Frauen, die berühmten „Schastrommeln“, die sich wichtig machen. Da wird natürlich umbarmherzig eingegriffen! </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Sie würden mitunter auch mit Ihren Schauspielern recht harsch umgehen, heißt es.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Ich glaube nicht, höchstens mit solchen, die meinen Ansprüchen nicht genügen. An und für sich bin ich höflich, ich bin ja selber Schauspieler und weiß, wie man behandelt werden möchte. Ich verlange von den Schauspielern auch nur das, was ich selber zu leisten gewillt bin. Auf einer normalen Bühne kann ein guter Schauspieler tricksen und trotzdem das Publikum verzaubern. Bei uns nicht. Bei meiner Art von Theater kann man alles – nur lügen darf man nicht! Man muss im Stande sein, sein zuckendes Herz den Zuschauern hinzuschmeißen. Dann wird es dir das Publikum danken.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Schurian</strong>:</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Ihrem Image als Wüterich Sie auch im Privatbereich gerecht?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Manker</strong>: </span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Ich gelte als „Enfant terrible“ – und das mit Ende fünfzig, das ist doch absurd! Irgendwann haben Ihre schwachsinnigen Kollegen dieses Klischee erfunden. Und seither bediene ich es eben. Es ist auch bequem, weil die Leute, wenn sie Angst haben, ein bisschen höflicher sind und einem nicht gleich auf den Kopf scheißen. Per se sind die Menschen ja unbotmäßig, also muss man „Wuff!“ machen – und dann kuschen sie und es ist eine Ruh‘.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Und was, wenn jemand zurückbeißt?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Wunderbar! Besonders bei Frauen hab‘ ich das sehr gern. Es ist ja so: Wenn du eine Frau wirklich anbetest und liebevoll behandelst, scheißt sie dir auf den Kopf! Wenn du die Frauen aber schlecht behandelst, kommen sie immer wieder angekrochen und wollen immer mehr.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Äußerst interessantes Beziehungskonzept!</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Manker</strong>: (</span><span style="font-size: small;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;">lacht</em>) Ja, aber es funktioniert. Undank ist der Welten Lohn. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Apropos Undank: Wofür sind Sie denn dankbar?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Ich bin sogar sehr dankbar. Dankbar – und nachtragend. Ich kann mich über Jahrzehnte an etwas Negatives erinnern und warte geduldig, bis ich mich dafür rächen kann. Letztens zum Beispiel bei einem Musiklehrer aus meiner Mittelschulzeit, der nun Direktor an einer Schule ist. Ich gastierte dort im Rahmen eines Schulprojekts. Na, der hat ein Hallo und Gschistigschasti um mich gemacht. Aber ich habe den Schülern gesagt, dass sie ihm kein Wort glauben sollen, ihr Direktor sei ein widerlicher Ignorant. Er hat mir als mein Musiklehrer absolutes Untalent bescheinigt und er war schuld, dass ich damals von der Schule geflogen bin.</span><span style="mso-spacerun: yes;"><span style="font-size: small;"> </span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Aus welcher Schule sind Sie denn rausgeflogen?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Eigentlich aus allen. Ein schlechter Schüler sein und schlimm: das ist eine tödliche Kombination. Wenn du schlimm bist, musst du wenigstens ein guter Schüler sein. Oder wennst nix kannst, musst die Papp’n halten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Waren Sie eigentlich je freundlicher, konzillianter?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Nein, nein. Ich war schon mit drei Jahren so, wie ich jetzt bin! Man muss ganz früh anfangen, damit niemand auf falsche Gedanken kommt!</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><span style="color: #888888;"><strong>Schurian</strong></span>: Ihre Mutter hat mir erzählt, dass Sie mit fünf das Kinderzimmer in Brand gesetzt und das Kindermädchen ausgesperrt haben.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Sie berichtet auch, dass damals angeblich mein Berufswunsch Raubmörder war. Aber sie idealisiert mich natürlich! </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Werden Sie mit dem Alter milder?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Keine Rede! Nur müder. Aber nicht milder. Was die Sache natürlich noch anstrengender macht. Aber man darf nicht nachlassen, weil sonst die Leute gleich sagen: ah, alt ist er g’worden! Das ist wie ein Fluch, der einen verfolgt – bis ins Grab! </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Und weise?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Weise ist ja kein Widerspruch zu wild. Man wird toleranter, aber tolerant heißt nicht mild. Man belässt Dinge, an denen man früher tagelang herumgefeilt hätte. Das Schweigen, das geduldige Abwarten, ob der Schauspieler selber etwas anbietet, ist für einen Regisseur meistens kostbarer, als wenn er dauernd den Oberlehrer spielt. Das habe ich früh durch Zuschauen bei Altmeister Peter Zadek gelernt. Der hat oft wochenlang mit den Schauspielern nicht gesprochen. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Spielen Sie gern unter anderen Regisseuren?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Sicher.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Warum so selten?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Manches nimmt man halt aus persönlichen Gründen nicht an, ohne jetzt Namen nennen zu wollen. Aber es gibt ganz phantastische Regisseure, Martin Kusej beispielsweise. Ein</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Jammer, dass er nicht Burgtheaterdirektor werden möchte. Um den müsste man werben wie um eine schöne Frau. Da muss man kniefällig werden. Aber das können unsere Kulturpolitiker natürlich nicht. Dafür sind sie sich zu gut.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Wann werden denn Sie kniefällig?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><span style="color: #333333;"><strong>Manker</strong></span>: Ich habe leider ein chronisches Gelenksleiden in den Knien. Die Knie wollen sich einfach nicht beugen – psychisch vielleicht schon, aber physisch nicht. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong><span style="color: #333333;">Schurian</span></strong>: Würden Sie gern Burgtheaterdirektor sein?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Manker</strong>: Nein! Jetzt nicht mehr. Zu viel Arbeit.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Sie haben mir einmal in einem Interview gesagt, Ihr nächstes Projekt sei der Ruhestand. Schaut aber nicht so aus, oder?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Manker: Als Schauspieler fällst du eines Tages um und bist tot. Dann ist der Ruhestand eingetreten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Anna Badora: &#8220;Ich habe kein gut dotiertes Haus übernommen&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2016 16:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Schurian: Was überwiegt: Erleichterung, dass Sie Hürden der ersten Saison bewältigt haben oder Vorfreude auf die nächste Spielzeit?
 
Badora: Eindeutig die Vorfreude. Ich möchte in der nächsten Spielzeit hauptsächlich auf künstlerischer und inhaltlicher Ebene durchstarten. Auch jetzt schon verzeichnen wir beachtliche künstlerische Erfolge, Lost and Found war auf der Nominierungsliste für das Berliner Theatertreffen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Was überwiegt: Erleichterung, dass Sie Hürden der ersten Saison bewältigt haben oder Vorfreude auf die nächste Spielzeit?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: Eindeutig die Vorfreude. Ich möchte in der nächsten Spielzeit hauptsächlich auf künstlerischer und inhaltlicher Ebene durchstarten. Auch jetzt schon verzeichnen wir beachtliche künstlerische Erfolge, Lost and Found war auf der Nominierungsliste für das Berliner Theatertreffen. Inszenierungen wie Alte Meister, Nora³, Hakoah Wien und Iwanow oder im Volx/Margareten Ausblick nach oben und Selbstbezichtigung wurden von der Kritik wie vom Publikum hoch bewertet. Aber wir haben nicht nur künstlerisch viel bewegt, sondern auch viele Prozesse struktureller, personeller und finanzieller Art angestoßen, in denen wir ja noch mittendrin sind. Vor zwei Jahren hätte ich selber gesagt: Da nimmst du dir zu viel vor! Aber wenn man ererbte Ordnungen und Strukturen erst mal ein, zwei Jahre akzeptiert hat, kann man sie später nur sehr schwer aufbrechen. Was zu gestalten ist, muss man von Beginn an anpacken.<span id="more-254"></span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Zuletzt sorgte die Schließung der Werkstätten für Aufregung, die Gewerkschaft befasste den Wiener SP-Landesparteitag damit und behauptete, das Volkstheater sei wirtschaftlich und künstlerisch schlecht geführt.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: In der künstlerischen Einschätzung vertraue ich eher Journalisten als Gewerkschaftern. Ich habe mir die Kritiken zum großen Haus angeschaut: Von neun Premieren wurden fünf extrem gut besprochen, vier kontrovers. Aber das muss Theater auch sein! Das hat nichts mit der Schließung der Werkstätten zu tun, die wurde schon vor langer Zeit diskutiert. Erste Empfehlungen des Rechnungshofs gab es 2008, und vor zwei Jahren wurden die Werkstätten ausgegliedert, um strukturelle Kosten für das Volkstheater wesentlich zu reduzieren. Leider gelang es nicht, eine stabile Kundenbasis aufzubauen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Stimmt es, dass der Sozialplan nur durch Streikdrohung zustande kam?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: Nein, von Streik war nie die Rede! Der Sozialplan ist in bestem Einvernehmen mit dem Betriebsrat zustande gekommen, an keiner Stelle sind die Verhandlungen eskaliert. Natürlich tut es mir um die Werkstätten, vor allem um die betroffenen Kollegen, leid. Und hätten wir genug Geld, würden wir die Werkstätten nicht schließen. Bei meiner Bestellung sprach man, wenn Sie sich erinnern, von einer Mission Impossible. Ich habe kein gut dotiertes Haus übernommen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Wie viel kann durch die Schließung der Werkstätten eingespart werden?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: Rund 400.000 Euro jährlich. Es geht aber auch darum, die Mittel flexibler einzusetzen. Entscheidet sich ein Regisseur gegen ein Bühnenbild, können die Mittel für Medientechnik oder Komponisten verwendet werden. Schon 2008 hat der Rechnungshof die Frage gestellt, warum die Einsparungspotenziale durch Fremdvergaben von damals 25 Prozent nicht genutzt werden, also lange, bevor ich im Volkstheater angetreten bin. Erst jetzt hat der Aufsichtsrat die Maßnahme beschlossen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Die Gewerkschaft verbreitete auch, es gäbe gravierende Einbrüche bei der Auslastung.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: Wir haben aktuell eine Auslastung knapp unter 70 Prozent, und das in allen Spielstätten. Dies ist in einem Korridor, der sich mit den Zahlen der Vergangenheit deckt. Wirtschaftlich ist das kein Absturz, und die Untergriffe am Rande der Verhandlungen zum Sozialplan kommentiere ich nicht. Wir haben eine sehr starke, bis jetzt eher ungewohnte Nachfrage an der Abendkasse. Es findet bis zu einem gewissen Grad ein Publikumsaustausch statt, immer mehr junge Leute kommen zu uns. Natürlich bin ich trotzdem noch nicht zufrieden. Aber auf der ganzen Welt weiß man, dass man für die erste Spielzeit Geduld braucht. Ich bin sicher, dass wir in der zweiten Spielzeit die Auslastung steigern können.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Was bedeutet eigentlich die &#8220;rote&#8221; Tradition des Volkstheaters heute noch?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: Für mich heißt es, wieder zum Ort des gesellschaftlichen Diskurses zu werden, eine kritische Auseinandersetzung mit den jeweils bestehenden Verhältnissen zu führen. Unsere zweite Saison spiegelt dieses Bestreben wider: In Österreich wird gegenwärtig wieder sehr stark von Gemeinschaft, vom &#8220;Wir-Gefühl&#8221; geredet; das bedeutet aber auch immer, dass es die anderen gibt, die, die man nicht dabeihaben will, die ausgegrenzt werden. Davon handeln Das Narrenschiff von Katherine Porter und Niemandsland von Yael Ronen ebenso wie Jelineks Rechnitz oder Grillparzers Medea.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Wollen Sie mit Theater die Welt verändern?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Badora</strong>: Natürlich nicht Stellung beziehen im parteipolitischen Sinne. Aber Bewusstsein für gesellschaftliche Vorgänge schaffen: ja, ganz stark.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Erschienen in Der Standard, 3.5.2016</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>André Heller: Anima - sein Paradiesgarten in Marrakesch</title>
		<link>http://www.andreaschurian.at/der-standard/andre-heller-anima-sein-paradiesgarten-in-marrakesch/andrea-schurian/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2016 15:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[André Heller]]></category>

		<category><![CDATA[Anima]]></category>

		<category><![CDATA[Marrakesch]]></category>

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		<description><![CDATA[André Hellers Paradiesgarten "Anima", rund 30 Kilometer außerhalb von Marrakesch, ist nicht nur eine naturschöne Touristenattraktion. Der österreichische Universalkünstler will damit auch einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas von Marokko leisten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">André Heller eröffnet der Nähe von Marrakesch sein drei Hektar großes, opulentes Gartenparadies &#8220;Anima&#8221;: Damit will er nicht nur eine naturschöne Touristenattraktion schaffen, sondern auch einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas in der Region leisten.</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Die Aprilnächte sind noch kalt im Ourikatal am Fuße des machtvollen, schneebedeckten Atlas-Gebirges. Untertags allerdings heizt die Sonne schon auf mitteleuropäischen Hochsommer. Doch Abdelaziz Aït Addi will sein dickes Sakko trotz erster Schweißperlen auf der Stirn nicht ausziehen. Der Bürgermeister der Großgemeinde Ourika in Hemdsärmeln? Geht gar nicht. Schließlich ist er gekommen, um André Heller dafür zu danken, dass er der Region weit über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit verschafft.<span id="more-253"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Prachtvoll sei der Garten &#8220;Anima&#8221;, marokkanisch, mit internationalen Einsprengseln. Ebenso wichtig wie die Naturschönheit ist dem Bürgermeister allerdings die soziale Komponente. Zwar liegt Marokkos Pro-Kopf-Einkommen innerhalb der afrikanischen Staaten im oberen Bereich. Doch rund eine Million Marokkaner müssen mit weniger als einem Euro am Tag auskommen. Die Arbeitslosigkeit vor allem am Land ist hoch. Auch die Jungen aus Ourika müssen, wenn sie denn überhaupt Arbeit finden, nach Marrakesch auspendeln.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Der Garten &#8216;Anima&#8217; trägt dazu bei, die Emigration nach Europa zwar nicht zu stoppen, aber einzudämmen, weil er den Menschen sinnvolle Arbeit gibt&#8221;, sagt der Bürgermeister. In Hochzeiten werkten bis zu 300 Gärtner, Bauarbeiter, Handwerker, vorwiegend Berber aus den umliegenden Dörfern, für Hellers Traum vom idealen Garten. Derzeit sind es immerhin noch dreißig, dazu kommen Zulieferanten, Handwerker. Ihr Monatseinkommen liegt zwischen dreihundert und sechshundert Euro, weit über dem marokkanischen Durchschnittsgehalt.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schönster Blick</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Überraschende Entdeckungen: Skulpturen bekannter und befreundeter, lokaler und internationaler Künstler hat André Heller in sein Pflanzenreich gebracht.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Wenn man Menschen anständig entlohnt, Sozialversicherung und Gesundheitsvorsorge bezahlt, haben sie keinen Grund wegzugehen&#8221;, bestätigt Gregor Weiss, Generalmanager von Hellers &#8220;Anima&#8221;-Projekt. Auch Touristen, hofft der Bürgermeister, werden künftig ihr Geld nicht nur in Marrakesch ausgeben, sondern Station in dem kleinen Dorf Douar Sbiti machen, wo sich Hellers Paradiesgarten über die Fläche von 4,2 Fußballfeldern erstreckt. Shukran! Danke! Innig umarmt Abdelaziz Aït Addi zum Abschied den Grund seines Frohsinns, den wichtigsten und prominentesten Einwohner.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Der hat vor acht Jahren rund dreißig Kilometer außerhalb von Marrakesch eine ehemalige, acht Hektar große Rosenfarm erworben – ein ausgedörrtes, durch Überdüngung totes Stück Land: &#8220;Da war nichts, keine Pflanze, nicht einmal ein Grashalm. Nur rote Erde&#8221;, erinnert sich Heller. &#8220;Aber es gab den schönsten Blick der Welt auf das Atlasgebirge. Und den wird es immer geben.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Er ließ den trockenen Lehmboden austauschen und brachte innerhalb von sechs Jahren auf drei der acht Hektar eine anmutige Gartenschönheit namens &#8220;Anima&#8221; erblühen. Über konkrete Zahlen und Kosten spricht André Heller nicht, aber es ist nicht schwer zu raten: Sie sind hoch.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Gut im Abschiednehmen</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Ich würde das Letzte verkaufen, das ich habe, wenn es mir ein Lernen ermöglichen würde, das ich sonst nicht habe. Das Wichtigste ist doch, sich lernend zu verwandeln, weiße Flecken auf der Landkarte zu tilgen. Natürlich, wer eine Expedition macht, muss für die Ausrüstung Geld ausgeben. Und wenn man keine Sponsoren hat – und ich habe als Sponsor nur mein Wunschdenken, diesen Garten wahr werden zu lassen – dann muss man alles in die Waagschale werfen.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Also warf er für sein neues Gartenreich einen Großteil seiner wertvollen Kunstsammlung in die Waagschale, ebenso sein Haus und den dazugehörigen, ebenfalls öffentlich zugänglichen Garten in Gardone am Gardasee. &#8220;Ich bin gut im Abschiednehmen. Wäre ich Frau Lot gewesen, ich hätte mich nicht umgedreht. Wer soll denn für meine Vorstellungen von Richtig und Falsch auf die Barrikaden steigen, wenn nicht ich?&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Dieser Park in Gardone, der von dem Naturforscher Arthur Hruska zu Beginn des vorigen Jahrhunderts angelegt und von Heller weiterfantasiert und mit Kunst verfeinert wurde, mag wie eine kleinere Übungswiese für seinen großen Lebenstraum gewesen sein. Doch nun wollte er etwas aus dem Nichts erschaffen, nur nach seinen Vorstellungen, &#8220;das ebenfalls vielleicht erst in hundert Jahren seinen Höhepunkt erreicht haben wird&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Aber er wollte doch auch selber &#8220;noch ein Stückl von der Pracht erleben und verzaubert sein von dem, was tatsächlich schon lebt, deshalb schaut der Park nicht aus wie ein Sechsjähriger, sondern wie ein Fünfzigjähriger&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Dreißig 25 Meter hohe Palmen ließ er auf Tiefladern quer durchs Land, über Schotterwege und enge Passstraßen des Atlasgebirges nach Douar Sbiti bringen. Er verpflanzte alte, windschiefe Olivenbäume in seinen Garten und rettete gepeinigte, im Absterben begriffene Kakteen aus den Hinterhöfen von Abbruchhäusern, übersiedelte sie behutsam in eigens angefertigten Käfigen. Aus hunderten Pflanzen, aus Palmen, Efeu, Olivenbäumen und Strelizien, aus Euphorbien, Rosmarin und Rosen, Bambus und Araukarien, aus Drachenbäumen, Bananenstauden, Orangenbäumchen und Lavendel komponierte er eine unglaubliche Symphonie aus Gerüchen, Farben, Formen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Mit verschwenderischer Fantasie streute er Skulpturen bekannter und befreundeter, lokaler und internationaler Künstler hinter und unter und zwischen die Pflanzen: Köpfe, Stelen, Totems, Wächter, Tiere, Fabelwesen aus Draht und Blech und Stahl und Holz. Er ersann den &#8220;Vater aller afrikanischen Köpfe&#8221;, ein riesiges, mit Blumen bekränztes Haupt aus Mosaik. Er pflanzte Rodins Der Denker in den von Rosmarin umrandeten Rosengarten und stellte dahinter ein rostiges (Flüchtlings-?) Boot auf, eine Art Arche Noah der Gegenwart. Dem geschundensten Tier Marokkos, dem Esel, setzte er ein wasserspeiendes Denkmal aus tausenden Mosaiksteinen. Weder neben den Pflanzen noch neben der Kunst gibt es Hinweisschilder, nur wer mit dem Herzen sieht, sieht gut.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Begehbares Gartenbild</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Anima&#8221; ist wie ein farb-, aroma- und hörintensives, begehbares Bild von einem Garten. Es wuchert und blüht und duftet, es zirpt und zwitschert und quakt. Letzteres ist tatsächlich ein kleines Wunder. Die Frösche kehren ins Paradies zurück. Singvögel sind in Marokko rar geworden über tausendundeine Nacht, Frösche vom Aussterben bedroht.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Der marokkanische Biologe Hassan al-Mouden hatte unlängst in einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung Die Zeit das rasante Verschwinden der Frösche beklagt. Würden weiterhin Oasen zubetoniert und stattdessen Golfplätze errichtet, so warnte er eindringlich, würden in fünf Jahren ganze Populationen ausgestorben sein.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Zwar hat Marokko das Klimaschutzabkommen unterschrieben und will die Energiewende schaffen. Doch der Rat der Klimaforscher (IPCC) prognostiziert, dass Marokko von der globalen Erderwärmung besonders bedroht ist. Bei steigenden Temperaturen werden die Niederschläge abnehmen, dafür extremer ausfallen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Wüsten würden sich ausbreiten, Landwirtschaftsflächen zurückgehen. Trinkwasser würde Mangelware. Dem will Heller eine sauerstoffspendende, kühle Grünoase entgegensetzen. &#8220;Gras ist besonders wasserfressend. Wir haben hier ein Mikroklima geschaffen und nach Pflanzen gesucht, die möglichst wenig Wasser brauchen&#8221;, sagt Weiss. Bei Jobantritt hatte der polyglotte &#8220;Abenteurer, der mit Vasco da Gama die Welt erobert hätte&#8221; weder von Bauen noch von Garten eine Ahnung. &#8220;Wir waren beschützt durch unsere Teilnaivität, dass man sich Dinge zutrauen kann, von denen man keine Ahnung hat, was sie in der Realität wirklich bedeuten. Es war ein todesmutiges, gegenseitiges Vertrauen, das sich als richtig herausstellte&#8221;, sagt der botanische Autodidakt Heller.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Anders als die Königsstadt liegt Douar Sbiti nicht auf einem unterirdischen See, &#8220;man kann also nicht einfach tiefer runter bohren und den Menschen das Wasser abgraben, so wie es die Golfplätze rund um Marrakesch tun&#8221;, erläutert Weiss. &#8220;Aber wir liegen strategisch gut zwischen Atlas und Marrakesch. Mit dem Schnee vom Atlasgebirge im Winter kommen wir über den heißen Sommer.&#8221; </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Die Wasserzuteilung ist außerdem streng geregelt, landwirtschaftlichen Betrieben wird ein bestimmtes Kontingent zugeteilt. Für &#8220;Anima&#8221; durften drei achtzig Meter tiefe Brunnen gegraben werden. In Seitentunneln, die in sechzig Meter Tiefe angelegt wurden, wird das Sickerwasser gesammelt.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Wurzeln schlagen</strong> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Mein Plan war nicht, einem verwöhnten Fratzen in einem Märchenambiente einen Luxuswohnsitz zu bauen, sondern Arbeitsplätze und einen Ort der Erholung und der Kühle zu schaffen&#8221;, sagt Heller. &#8220;Die Menschen werden herkommen, um im Schatten zu sitzen und einen klaren Gedanken zu fassen. Bei Temperaturen von über fünfzig Grad, da ist man nicht mehr bei sich. Ich wollte auch einen Ort für mich, meine Familie, meine Freunde schaffen. Ich bin nicht als Tourist hier, sondern als jemand, der Wurzeln schlagen will.&#8221; Mindestens sechs Monate im Jahr wird er, gemeinsam mit der Frau seines Herzens, Albina Bauer, hier leben – nicht zuletzt auch, um den Park sukzessive zu erweitern.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Marokko ist die große Liebesgeschichte meines Lebens, seit ich 1972 das erste Mal hierher gekommen bin. Ich habe nie die Augen verschlossen vor der Realität des Landes.&#8221; Dass er sein gesamtes Vermögen in einem von islamistischem Terror umzingelten Land investiert hat, beunruhigt ihn nicht.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">&#8220;Ich habe keine Angst vor Terroristen. Im Gegenteil, die habe ich in Paris, Brüssel, London, Madrid intensiver als hier. Ich weiß, dass dieser Ort und meine Absicht und die aller Menschen, die ihn gemeinsam geschaffen haben, beschützt sind. Das kann man natürlich für verrückt halten, aber es ist meine tiefe Überzeugung&#8221;, sagt er. &#8220;Und ich handle nur gemäß meiner Überzeugungen und nicht der Warnungen anderer. Außerdem, was kann man dem Terror Besseres entgegensetzen als die stetige Schönheit eines Parks, die noch dazu ständig größer wird?&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Grischka Voss: &#8220;Ich beneide andere Menschen um ihr Leben&#8221;</title>
		<link>http://www.andreaschurian.at/allgemein/grischka-voss-ich-beneide-andere-menschen-um-ihr-leben/andrea-schurian/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2016 16:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
 Eigentlich sei sie ja kein selbstsicherer Mensch, sagte Grischka Voss einmal: &#8220;Wenn ich nicht das Gefühl habe, dass mir die anderen mir mit Freude und Liebe zuschauen, sondern auf die Uhr, falle ich zusammen wie ein Teig, wenn man die Ofentür zu früh aufmacht.&#8221; Also begab sie sich an die Ränder der Theaterwelt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;">Eigentlich sei sie ja kein selbstsicherer Mensch, sagte Grischka Voss einmal: &#8220;Wenn ich nicht das Gefühl habe, dass mir die anderen mir mit Freude und Liebe zuschauen, sondern auf die Uhr, falle ich zusammen wie ein Teig, wenn man die Ofentür zu früh aufmacht.&#8221; Also begab sie sich an die Ränder der Theaterwelt. Bei einer Produktion lernte sie 1997 Ernst K. Weigel kennen, gemeinsam gründeten sie das (damals noch frei vazierende) Bernhard Ensemble, heirateten 2006, wurden Eltern von Sohn Emil, schufen in der Wiener Kirchengasse eine fixe Heimstätte für ihre Theater-Vorstellungen.</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Tabus? Gibt es nicht! Geschmacksgrenzen-Überschreitung? Jederzeit! Lieblingsort? Bruchstellen des Lebens. Humor ist, wenn man trotzdem immer lacht. <span id="more-255"></span></span></span><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;">&#8220;KZ.Imaginaire&#8221; heißt ihr neuer Tabubruch, der am 28. Oktober im Rahmen des Wiener Musiktheaterfestivals &#8220;Netzzeit – Out of Control&#8221;</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Premiere hat. &#8220;Aber wir nennen es nicht Oper, damit nicht wie bei letzten Mal die falschen Kritiker hier sind und verwirrt sind.&#8221; Theaterprinzipal, Autor und Regisseur Ernst K. Weigel hat dafür kühn Molières &#8220;Der eingebildete Kranke&#8221; mit der Geschichte seines Großvaters verknüpft, der als Widerstandskämpfer das KZ Dachau überlebte; Erneste, die männliche Hauptrolle, spielt und singt Grischka Voss.</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Wie immer bei den beiden werden Dichtung und Wahrheit gnadenlos und bis zur lachhaften Erkenntnis miteinander vermengt. In ihrem Improvisations-Stück frei nach Fellini, &#8220;Acht.Zehn.Einhalb&#8221; etwa witzelte und wütete das Ehepaar Voss/Weigel: &#8220;Sobald G. Voss auf dem Programmzettel steht, rufen die Leute haufenweise an. Und sind dann herb enttäuscht, wenn sie bemerken, dass G. Grischka und nicht Gert Voss heißt.&#8221; Da saßen die Eltern Voss, wie bei jeder Premiere ihrer Tochter, in der ersten Reihe. </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Schurian</strong>: Ihre Eltern starben innerhalb weniger Monate, bald danach standen Sie wieder auf der Bühne. Wie schafften und schaffen Sie das? </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"><strong>Voss</strong>: Durch das permanente Zusammenreißen konnte ich das, was im letzten Jahr passiert ist, überhaupt nicht verarbeiten. Wenn ich jetzt einmal zur Ruhe komme, merke ich, dass es mir gar nicht gut geht. Ich habe immer noch fürchterliche Albträume: Einmal zwei Wochen, einmal drei Wochen, jeden Tag, stundenlang, so viel Schmerz, so viel Leid und Verzweiflung gesehen zu haben, daran werde ich sicherlich noch lange arbeiten. </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Empfanden Sie es in allem Schmerz als tröstlich, dass Sie Ihre Eltern bis zuletzt begleiten konnten? </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Das war einseits das Fürchterlichste und Traurigste, aber – so seltsam das jetzt auch klingen mag – auch das Schönste. Denn man hat noch die Chance, zu verstehen, was es heißt, zu sterben, sich von dem Menschen zu verabschieden. Einen Anruf mit der Todesnachricht zu bekommen, stelle ich mir fast noch schwieriger vor. Wenn du jemanden langsam sterben siehst, den Tod erlebst, das Sterben, den letzten Moment: Da versteht man etwas. Das geht nicht über den Verstand, es ist ein körperliches Verstehen. Ich fühlte in einem gewissen Moment, dass ich die Großzügigkeit haben muss, sie gehen zu lassen. </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Wie schwer fiel es Ihnen, dass Sie nach dem Tod der Mutter innerhalb eines Monats auch das Haus der Eltern ausräumen mussten?</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Dieses täglich stundenlange Alleinsein in dem Haus war ein Abschluss.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Ich wusste nicht viel über das Leben meiner Eltern, sie nicht über meines, es gab einen Respektabstand, Distanz. Und nun musste ich in ihren intimsten Sachen kramen, ich wollte, dass die Dinge, die ihnen wichtig waren, an die richtigen Orte, zu den richtigen Menschen kommen. Viele Dinge wollte ich auch nicht so genau wissen, es war schwierig für mich, dauernd das Gefühl zu haben, ich sei gezwungen, in einer Art und Weise in ihre Intimsphäre einzudringen, die sie mir sicherlich nie so offenbart hätten.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Entdeckten Sie überraschende Facetten an Ihren Eltern?</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Schon. Ich wusste, dass sich meine Eltern sehr lieb hatten. Aber dass sie sich so wahnsinnig liebten,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>war mir nicht klar. Meine Eltern schrieben sich bis zum Schluss permanent unglaublich schöne Liebesbriefe. Als ich die las, war ich neidisch – und zwar gleich zweifach: Warum komme ich als Tochter gar nicht vor? In die Eheringe meiner Eltern beispielsweise waren ihre Kosenamen eingegraviert und ein Datum, offensichtlich der Tag, an dem sie sich kennenlernten. Im ersten Moment habe ich mich aber verlesen und dachte, da stünde mein Geburtstag. Als ich den Irrtum bemerkte, war ich zunächst enttäuscht, wenngleich, ja, warum sollen sie mich eingravieren? Ich war da ja noch gar nicht auf der Welt. Und ich war auch als Frau neidisch : Meine Eltern waren fünfzig Jahre verheiratet, kannten sich 65 Jahre. Und trotzdem gelang es ihnen über eine so lange Zeit, eine solche Leidenschaft füreinander beizubehalten. </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Spüren Sie Ähnlichkeiten mit den Eltern?</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Mein Vater und ich hatten einen sehr ähnlichen Humor. Meine Mutter war prinzipiell kein alberner Mensch, mein Vater und ich schon – wobei das bei ihm dann auch abgenommen hat. Ich bin extrem albern und ich lache einfach gern, egal worüber. Und in der Sprache sind wir einander natürlich alle drei ähnlich gewesen. Seit meine Eltern tot sind, habe ich keine Heimat mehr. Als Kind habe ich wegen unserer vielen Umzüge nirgends dazugehört; ich spreche keinen Dialekt. Jetzt wird mir das Fremdheitsgefühl extrem bewusst. Es gibt keinen Ort, wo ich sagen kann: Ja, da komme ich her. Insofern waren, bei allen Differenzen, die wir natürlich hatten, meine Eltern<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>das Zuhause, meine Heimat. Jetzt gibt es niemanden mehr, der so ist wie ich.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Ihr Sohn Emil?</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Ja, ein bisschen. Er hat auch diese Lust am Lachen, den Humor, der mich mit meinem Vater verbunden hat. Aber er spricht ganz anders, teilweise sogar Dialekt, aber mit deutschem Akzent (lacht). Das irritiert mich.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Mit dem Vater haben Sie den Humor geteilt. Was mit Ihrer Mutter?<span style="mso-spacerun: yes;"> </span></span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Dass man Texte genau untersucht, das Analytische, da habe ich sicherlich viel von meiner Mutter integriert. Ich bin ja jetzt Gottseidank in einem Alter, wo man das auch zugeben kann (lacht). Zwischen zwanzig und vierzig ist man ja vornehmlich damit beschäftigt, sich von den Eltern abzugrenzen. Vielleicht hat das auch mit Ihrem Tod zu tun, dass mich trauen kann zu sagen: Ja, ich habe sehr viel von ihnen – Gutes und Schlechtes.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Dem Bernhard Ensemble ist offenbar nichts peinlich, ihr stellt alles in Frage, macht euch über alles, auch über Political Correctness, lustig. Für die eigenen Lebenslügen kriegt das Publikum von euch verlässlich eines übergebraten. </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Ein Tabu zu brechen, ist etwas sehr Ernstes, Ernstgenommenes – das ist an sich ja schon komisch. Und ich habe ein extrem ambivalentes Verhältnis zu diesem Gutsein. Ich versuche natürlich auch, ein guter Mensch zu sein. Aber jeder Mensch ist auch ein Arschloch oder Schwein; und ich finde es wahnsinnig verlogen, so zu tun, als würde man immer ein gutes Leben führen. Doch genau das machen so viele Menschen, das wird ja auch gleich immer auf Facebook dokumentiert, wie gut man ist. Und damit ist es schon wieder verlogen. Es ist toll, wie viele Menschen sich für die Flüchtlinge engagieren. Aber es war halt nicht nur Nächstenliebe, wenn die ihre alten Klamotten zum Westbahnhof geschleppt haben. Sondern: &#8220;Hey, super, jetzt kann ich endlich meinen Kasten entrümpeln und mich dabei noch gut fühlen.&#8221; Über solche Sachen machen wir uns gern lustig.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Gibt es Dinge, worüber man nicht lachen darf?</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Nein! Für mich ist es wichtig, über das zu lachen, worüber man nicht lachen darf. Mein Lebensziel ist, dass ich einmal über alles lache -<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>da bin ich schon auf einem guten Weg! (lacht), überhaupt seit dem letzten Jahr. Denn ich finde, auch in der schlimmsten Katastrophe muss man auch noch die Komik sehen. Das ist die einzige Rettung, um alles ertragen zu können. Ich glaube, es gibt auch keine einzige Beerdigung, wo nicht hysterisch gelacht wird.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Sie führen auch oft gemeinsam mit Ihrem Mann Regie. Inszenieren Sie prinzipiell gern zu zweit oder lieber allein? </span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Bei meinen eigenen Stücken inszeniere ich lieber allein. Ich bin eine Alleinarbeiterin, ich mache dann alles, auch die Bühne, allein. Ich bin – zumindest, wenn es um die Arbeit geht – eine Einzelgängerin. Männer neigen ja dazu, erstmal anzukündigen, wenn sie was machen: &#8220;So, ich hänge jetzt ein Bild auf&#8221;, um spätestens nach zwei Minuten zu rufen: &#8220;Kannst du mir den Hammer bringen?&#8221; (lacht) Wenn ich das mache, mach ich&#8217;s wirklich allein. Das ist bei mir sehr ausgeprägt.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><br />
</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Welche Stoffe interessieren Sie, wenn Sie schreiben?</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Voss</strong>: Ich verarbeite immer meine Lebensthemen, beleuchte sie von möglichst vielen Seiten, recherchiere und lese viel dazu.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Und ich mache gern Interviews zu dem jeweiligen Thema.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Ich erfinde viel, aber im Grunde arbeite ich mit Realität. Es gibt nichts Spannenderes als das, was ein Mensch erlebt, wie er mit den Erlebnissen umgeht, wie er Niederschläge wegsteckt. Der Mensch an sich ist für mich das Aufregendste. Mein nächstes Thema wäre der Neid, er spielt in meinem Leben eine große Rolle. Ich habe ja schon gesagt, sogar meinen Eltern war ich neidisch. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich Menschen um ihre Leben zutiefst beneide. Aber zunächst möchte ich mir das Sterben, was ich alles erlebt und gesehen habe, von der Seele schreiben – in welcher Form, ob als Stück oder als Buch, weiß ich noch nicht.</span></span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Schauspieler Philipp Hochmair: &#8220;Mich interessiert kein Alltag&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 16:17:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Woman]]></category>

		<category><![CDATA[Hochmair]]></category>

		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<category><![CDATA[Vorstadtweiber]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
 In den &#8220;Vorstadtweibern&#8221; gibt er den schmierigen Minister Schnitzler; mit Goethes &#8220;Werther&#8221; tourt Philipp Hochmair seit zwanzig Jahren durch Deutschland und, zweisprachig, neuerdings durch Frankreich; in Australien hat Philipp Hochmair, zur Bühnenmusik von Tom Waits, ein Gastspiel mit Büchners &#8220;Woyzeck&#8221; gegeben; dazwischen rockt er, begleitet von seiner Band Elektrohand Gottes, in einer hinreißenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;">In den &#8220;Vorstadtweibern&#8221; gibt er den schmierigen Minister Schnitzler; mit</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Goethes &#8220;Werther&#8221; tourt Philipp Hochmair seit zwanzig Jahren durch Deutschland und, zweisprachig, neuerdings durch Frankreich; in Australien hat Philipp Hochmair, zur Bühnenmusik von Tom Waits,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>ein Gastspiel mit Büchners &#8220;Woyzeck&#8221; gegeben; dazwischen rockt er, begleitet von seiner Band Elektrohand Gottes, in einer hinreißenden One-Man-Show die Knittelverse von Hofmannsthals<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>&#8220;Jedermann&#8221; – am 9. April wird er sein trashiges Sprechkonzert &#8220;Jedermann Reloaded&#8221;<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>im Casineum Linz und im Mai in einer deutsch-französischen Fassung<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>beim Theaterfestival Saarbrücken vorstellen. Auch &#8220;Amerika&#8221; und &#8220;Der Prozess&#8221; nach Franz Kafka gibt Hochmair als fulminante Soloperformance; und<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>im &#8220;Faust 1&amp;2&#8243;-Marathon in der mit dem deutschen Theaterpreis ausgezeichneten Inszenierung von Nicolas Steman verkörpert er den Mephisto. Er war Ensemblemitglied am Burgtheater, später am Hamburger Thalia Theater. Doch fixe Engagements passen, zumindest derzeit, nicht in sein straff geschnürtes Zeitkorsett.<span id="more-256"></span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;">Denn neben Serien und Theater dreht der gebürtige Wiener einen Film nach dem anderen, manchmal auch parallel, und heimst</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>dafür Preise<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>auf Festivals ein: etwa vor ein paar Jahren den Diagonale-Preis für &#8220;Der Glanz des Tages&#8221;. Die Regisseure Tizza Covi und Rainer Frimmel hatten Philipp Hochmair gebeten, einfach er selbst zu sein, ein schwieriges Unterfangen, wie er sagt: &#8220;Ich war ein Laie meiner selbst.&#8221; Zuletzt wurde bei der Berlinale der<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Film &#8220;Kater&#8221; des österreichischen Dichters und Regisseurs Händl-Klaus mit dem schwul-lesbischenTeddy Award<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>ausgezeichnet. Hochmair spielt darin, gemeinsam mit Lukas Turtur, ein homosexuelles Liebespaar.</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Zu Fernsehinterviews und Parties während der Filmfestspiele tauchte er gern in seiner liebsten Fußbekleidung auf: in Clocks. Oder gleich barfuß.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;">Manchmal läuft er auch in seiner Arbeitskluft durch die Gegend: im Siegfried-Kostüm etwa, samt Schwert und Rüstung, aber dafür ohne Schuhe. Er ist ein verrückter Hund, soviel ist klar.</span><span style="font-size: small;"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Ein ebenso vielseitiger wie vielbeschäftigter Theater- und Filmschauspieler, einer, der für die Kunst brennt. Und reist. Und rennt.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Paris-Hamburg-Wien-Innsbruck-Hamburg-Thionville an der luxemburgischen Grenze in zwei Tagen, dazwischen Kostümproben, Interviews, Synchronisierungen:Klar, geht locker. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Sie haben einmal gesagt, Sie möchten brennen. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Ich möchte nicht brennen, ich tu es. Drum hab ich auch immer so heiße Füße und muss aus den Schuhen raus (lacht). Man muss nur aufpassen, dass<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>das Feuer nicht alles drum herum verbrennt in diesem Alltagsmist. Aber mich interessiert kein Alltag. Ich habe keinen Alltag. Deshalb habe ich auch das fixe Engagement in Hamburg aufgegeben. Ich brauche maximale Flexibilität, weil ständig neue Sachen reinkommen. Da kann ich mich nicht groß an Theatern verpflichten.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Keine Sehnsucht nach Familie, Frau, Kindern?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Ich kann damit nichts anfangen. Ich bin Künstler mit Leib und Seele. Jeder Versuch, mich häuslich zu machen, scheitert kläglich. Die Kunst ist mein Zuhause, die Rollen sind mein Wald, in dem ich mich erhole. Bei Goethe heißt es: Der Mensch erkennt sich nur im Menschen. Meine Partner, meine Gegenüber sind Künstler, Geistesmenschen, Regisseure, Publikum. Ich genieße es, wenn ich nach der &#8220;Werther&#8221;-Aufführung großartige Autoren und Regisseure treffen kann. Das ist ein Geschenk! Ich brauche keine Ehefrau. Oder vielleicht viele Beziehungen<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>in alle Richtungen. Ich mag Beziehungen nicht auf ein Vater-Mutter-Kind-System reduzieren. Das habe ich lange genug er- und gelebt: Kleinfamilie, Schule, Pfadfinder, Ministrant. Das ist gegessen für die nächsten vierzig Jahre! (lacht)<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Jetzt will ich was anderes haben! Exzessives Nomadentum: So könnte man meine Wesensart beschreiben. Und ich reise immer mit leichtem Gepäck.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Was ist denn im Köfferchen immer mit dabei?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Kleidung. Texte. DvDs von Filmen, in denen ich mitspiele. Mein Koffer ist eine Art Bauchladen, voll mit Dingen, die ich herzeigen will. Mich interessiert, was die Leute in Frankreich oder Australien zu meinen Filmen sagen. Wenn man das jetzt liest, denkt man sich womöglich, ich sei so wahnsinnig eitel. Darum geht es überhaupt nicht. Ich sehe nicht mich selber, sondern ein Kunstprodukt. Eine komponierte Realität. Je älter ich werde, umso mehr möchte ich von diesen Reisen auch etwas mitnehmen. Die Dinge entstehen ja erst im Echo und nicht in der Erledigung der Aufgabe.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Im Theater gibt es ja immer die direkte Auseinandersetzung mit dem Publikum. Beim Film gebe ich das ab. &#8220;Kater&#8221; etwa habe ich in der fertigen Fassung selbst erst bei der Berlinale gesehen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Waren Sie überrascht vom Ergebnis?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-size: small;">Hochmair</span></strong><span style="font-size: small;">: Total, vor allem, da wir ja, mit vielen Unterbrechungen, zwei Jahre gedreht haben.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Sind lange Drehzeiten mit so vielen Pausen dazwischen schwierig?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Ich finde es belebend, weil man immer neue Erfahrungen von anderen Arbeiten mitbringt. Auch &#8220;Glanz des Tages&#8221; wurde ganz zerhackt gedreht, die letzte Szene haben wir zweieinhalb Jahre vor der ersten gedreht – und es blieb auch die letzte Szene, obwohl ich am Ende des Films definitiv jünger aussehe als am Beginn. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Ihr Lieblingsregisseur Nicolas Steman nennt Sie einen Triebtäter, Frederike Heller, mit der Sie viel zusammengearbeitet haben, sagt, Sie vögeln den Text. Auch als Körperterrorist<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>wurden Sie schon bezeichnet. Was sind Sie wirklich?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Eine Kombination von allem. Eine Klassensprecher dieser Verrückten,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>der erklärt, wie es dem Herrn Jedermann oder dem Herrn Johann Schnitzler geht oder was Werther so erlebt hat. Ich bin wie ein Diplomat, ein Kulturattaché,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>und im Gepäck sind all die Geister, die ich gerufen habe und die mit mir mitrennen, zauberlehrlingsmäßig.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Man muss ja ein ganz persönliches Verhältnis zum Text herstellen, sich ganz körperlich damit beschäftigen und identifzieren. Auswendig lernen heißt &#8220;by heart&#8221; auf englisch und auf französisch &#8220;par coeur&#8221;. Das trifft es: einen Text von Goethe muss man durchs Herz filtern, bis er verkörpert werden kann.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Das ist Schwerstarbeit!</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>:<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Es heißt, Sie seien Legastheniker. Stimmt das oder ist es nur ein guter Werbegag?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Ich wünschte, es wäre ein Schmäh. Jede Lesung, jede Textvorbereitung ist fürchterlich. Ich bereite mich extrem lange vor. Horror!<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Aber auch wunderbar. Das Handicap wird zum Talent.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Warum komprimieren Sie eigentlich so gern Mehrpersonen-Dramen zu Soloperformances?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Man nimmt den ganzen Ballast weg, eine komplexe Geschichte wird, auch durch die Verzerrung, die sich dadurch ergibt, dass es nur einen Darsteller gibt, verständlicher und persönlicher. Der Zuschauer kann sich über den Performer viel besser mit der Dimension der Geschichte identifizieren.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Apropos identifizieren: Schauspieler werden oft mit Ihren Rollen verwechselt. Sie spielen in den Vorstadtweibern einen schwulen, fiesen Politiker. Nerven Sie Fragen nach der sexuellen Ausrichtung?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>:&#8221;Kater&#8221; ist ja auch ein intimer Liebesfilm mit schönen Liebesszenen. Weder Lukas Tutur noch ich sind schwul. Bei den Vorstadtweibern iste es ja nicht so klar, ob Schnitzler homosexuell ist. Aber es stimmt schon, Juergen Maurer und ich haben die erste schwule Liebesszene im Hauptabendprogramm gespielt. Es ist schon erstaunlich, welche Energie mir da entgegenschwappt. Leute springen mich bei irgendwelchen Festivitäten euphorisch an, weil ihnen diese Liebesszene so gut gefallen hat und es so radikal war. Die sagen dann, was ich für ein toller Schauspieler wäre, weil ich einen Mann küssen kann.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Was ist denn das für ein Ansatz,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>was ist denn das für eine Leistung? Unsinn! Aber in manchen Kreisen in Österreich ist<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>vermutlich &#8220;schwul&#8221; das schlimmere Schimpfwort als &#8220;korrupt&#8221; im Zusammenhang mit einem Politiker.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Haben Sie, um sich auf die Rolle vorzubereiten, Politiker in ihrem Habitus beobachtet?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Gar nix! Ich habe das Drehbuch gelesen, Anzug angezogen und bin hingegangen. Da gibt&#8217;s nichts zu beobachten, das Drehbuch ist einfach saugut geschrieben. Auch bei &#8220;Jedermann&#8221; gibt es nichts zu studieren. Es gibt den Text, und den gilt es hör- und sichbar zu machen. Ich bin kein Schauspieler, der mit den Leuten lebt, ihre Bewegungen studiert und den Oscar gewinnt, weil er das so transformiert. Ich streife meine Habits ab und stelle mich zur Verfügung. Das ist alles.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Schurian</strong>: Früher galten TV-SEriens für ernsthafte Schauspieler als geradezu anrüchig.<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Die USA haben es vorgemacht, mittlerweile spielen die Besten in Serien mit. Wieso der Wandel?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Hochmair</strong>: Peymann hat es seinen Schauspielern sogar verboten! Es posten ja auch Leute auf Facebook, dass sie enttäuscht sind, dass ich so einen Scheiß mache. Aber das ist kein Scheiß. Außerdem spiele ich ja weiter Faust und Jedermann und Werther. Das Lustige ist doch die Vielfalt.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Yanis Varoufakis: &#8220;Wir haben eine Europäische Disunion&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2015 18:55:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der Standard]]></category>

		<category><![CDATA[Biennale]]></category>

		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

		<category><![CDATA[Moskau Biennale]]></category>

		<category><![CDATA[Varoufakis]]></category>

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		<description><![CDATA[Yanis Varoufakis spricht am Rand der Moskau-Biennale über Preis und Wert, das Bombardement Syriens und die Europäische Union.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Er ist zwar nicht mehr Griechenlands Finanzminister, doch ein beschauliches Akademikerleben führt Yanis Varoufakis dennoch nicht. Der Politökonom hält weltweit Vorträge. Dieses Gespräch über Kunst, Markt, Geld, Syrien und die linken Eltern fand vor seinem Auftritt bei der sechsten Moskau-Biennale statt.</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Vielleicht sei es ja ein Fehler gewesen, ihn einzuladen, sagt Yanis Varoufakis ein wenig kokett. &#8220;Denn üblicherweise erachten Politiker und Ökonomen Kunst ja nicht als etwas Essenzielles, sondern in erster Linie als Ware.&#8221; Aber, klar, er ist anders. Griechenlands charismatischer Ex-Kurzzeit-Finanzminister kennt sich aus in der Welt der Kunst; gemeinsam mit seiner Frau, der griechischen Künstlerin Danae Stratou, hat er die Kunstplattform Vital Space gegründet.</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Sein Vortrag ist Höhepunkt und Abschluss der sechsten Moskauer Biennale, die von den Kuratoren Defne Ayas (Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam), Bart De Baere (Museum moderner Kunst, Antwerpen) und Nicolaus Schafhausen (Kunsthalle Wien) als zehntägiges interaktives Festival zur (kultur-)politischen Gegenwarts- und Zukunftsanalyse angelegt wurde.<span id="more-252"></span></span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Der Hörsaal am Biennale-Austragungsort, in einem Stalintempel auf dem Areal der Ausstellung der Errungenschaft der Volkswirtschaft (WDNCh), ist brechend voll. Vorwiegend junge Moskowiter wollen wissen, wie der provokante Popstar unter den Politökonomen die Welt der Kunst, des Geldes und der Politik sieht.</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Glauben Sie daran, dass Kunst die Welt verändern kann? Oder braucht es dazu doch eher die Politik? </span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Alles ist politisch, und nichts ist politischer als die Absicht, nicht politisch zu sein. Ich unterscheide nicht zwischen Kunst und Politik, ich möchte diese künstlichen Grenzen niederreißen. In meiner akademischen Karriere habe ich immer argumentiert, dass jeder, der Ökonomie zu entpolitisieren versucht, ein Idiot ist – und gefährlich obendrein. Kunst ist Politik. Politik ist Kunst. Eine Trennlinie zu ziehen würde die Möglichkeiten menschlicher Erfahrungen verringern.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Apropos Trennlinien: Wo verläuft – in der Politik wie in der Kunst – die Grenze zwischen populär und populistisch?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Der Populist verspricht allen alles. Das heißt also: Er lügt. Populistische Kunst macht genau das Gleiche, sie versucht, jeden zu beeindrucken. Aber in Wahrheit berührt sie niemanden wirklich tief. Populär ist etwas ganz anderes. In guten Zeiten der Geschichte waren wertvolle Dinge populär. Erst in Epochen des Verfalls und der Auflösung wurden wichtige Werte an den Markt gebunden.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">In Ihrem jüngsten Buch &#8220;Time for Change&#8221; (Hanser-Verlag, Anm.) zitieren Sie Oscar Wilde, der einen zynischen Menschen als jemanden definiert, der alles über Preise, aber nichts über Werte weiß. Trifft in speziellem Ausmaß auf die Kunst zu?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Mit dem Aufkommen der Marktgesellschaft triumphiert der Preis über den Wert. Ich erinnere an die Rüstung von Achilles, niemand wäre auf die Idee gekommen, eine Auktion zu veranstalten und sie dem Meistbietenden zu geben. Sondern es bekam sie derjenige, der sich als würdig erwies. Die Entscheidung fiel also über den Wert, nicht über den Preis. Seit Arbeit zur Handelsware wurde, wird alles vermarktet, sogar die weiblichen Eizellen sind Handelsgut geworden. Dieser Triumph des Marktes macht vor der Kunst nicht halt, der Preis hat den Wert ersetzt. Aber das bedeutet nicht, dass diese Werte verschwunden sind, es wird nur schwerer, sie zu entdecken.</span><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Wie beurteilen Sie die jüngsten Entwicklungen Griechenlands und der EU?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Griechenland hat sich aufgegeben, wir werden in den nächsten Jahren mit wachsender Depression zu kämpfen haben. Es ist ein verfehltes Programm, das in Zukunft noch mehr zum Scheitern verurteilt ist. Doch die Frage ist eher: Was passiert mit dem Rest Europas? Griechenland ist ja symptomatisch für die Eurokrise, es ist der schwächste Teil Europas, das größte Leid passiert in Griechenland. Aber es ist wie ein Vergrößerungsglas für all die Probleme, die auch in Deutschland, in Österreich oder Frankreich herrschen. Ganz klar ist: Wenn man den Euro nicht stabilisiert, wird die Krise noch größer.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Sind Sie eigentlich glücklich, nicht mehr Finanzminister zu sein?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Jeder, der glücklich ist, Minister zu sein, sollte disqualifiziert werden. Es ist ein durch eine Wahl besetztes Amt, eine Aufgabe. Ich bin also auch nicht traurig, nicht mehr Minister zu sein.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Diese Biennale will den Begriff Eurasien diskutieren. Bei einem der Panels wurde die Europäische Union als Vorbild genannt.</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Die EU wäre eine großartige Idee – wenn wir sie hätten. Tun wir aber nicht, wir haben eine monetäre Union. Bürokraten spielen in einem grenzfreien Europa eine Nation gegen die andere aus. Was wir haben, ist eine Europäische Disunion. Es wäre notwendig, endlich eine Europäische Union zu schaffen, die diesen Namen verdient. In ihrem derzeitigen Zustand kann sie jedenfalls kein Rolemodel sein.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Welchen Beitrag kann Kultur zu einem Vereinten Europa in Ihrem Sinne beitragen?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Alles natürlich! Denn was ist Europa? Eine kulturelle Idee! Was bringt uns zusammen? Dass wir kulturelle Erfahrungen teilen. Für mich ist Beethoven kein Deutscher. War Sokrates Grieche? Nein. War Mozart Österreicher? Nein. Alles, was sie geschaffen, gedacht haben, ist um so viel größer!</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Und Eurasien? Es ist geografische Realität. Aber was brauchte es, um nicht kulturelle, politische Utopie zu bleiben?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Mein Denken hört nicht an Landes- oder EU-Außengrenzen auf, daher bin ich auch nicht so begeistert von der Idee Eurasien. Warum sollte Afrika ausgeschlossen sein? Nur weil die Landmassen, die Kontinente durch das Meer geteilt sind? Ich bin überzeugter Internationalist. Wenn wir wirklich global denken, müssen wir über Eurasien hinausgehen. Stattdessen errichtet man eine Festung Europa und will die Außengrenzen dichtmachen. Aber ich kann und mag nicht dran glauben, dass wir in einer Welt leben, wo die Mehrheit der Menschen meint, man brauche höhere Grenzzäune und stärkeren Grenzschutz.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Sie sagten einmal, es sei immer zielführend, fremd im eigenen Land zu sein.</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Das stimmt, das ist meine tiefste Überzeugung. Es ist die beste Möglichkeit, um gegenüber dem eigenen Land kritikfähig zu bleiben. Deshalb heißt meine Tochter übrigens auch Xenia: Polyxenia bedeutet Höflichkeit gegenüber Fremden, ihr Name ist also Manifestation meiner Überzeugung.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Wir treffen einander in Moskau in einem kritischen Moment, Putin bombardiert Syrien &#8230;</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: &#8230; Schauen Sie, ich habe in Großbritannien gelebt, als es die Falklands bombardierte. Ich lebte in den USA, als die Amerikaner &#8230; alle bombardiert haben. Es ist also kein Kriterium, dort oder nicht dort zu sein, wo gerade gebombt wird.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Aber wie beurteilen Sie die Bombardements als Politiker?</span></em></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;">
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Ich kenne die spezifischen Details nicht, ich bin kein Militärexperte, habe keine Geheimdienstinformationen und weiß nicht, auf wen die Bomben tatsächlich abgeworfen wurden. Generell denke ich, dass Bombardierungen nie funktionieren. Die Frage ist: Kann der IS durch Luftangriffe gestoppt werden? Ich fürchte, nein. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass im Falle Syriens eine Lösung ausschließlich durch eine Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen erzielt werden kann. Und in diese Kooperation müssen auch Teile des syrischen Regimes eingebunden werden. Denn indem man Assad stürzt, würde man auch in Kauf nehmen, dass seine Anhänger, eine alevitische Minderheit, aus dem Land geworfen oder ermordet werden. Man darf doch nicht die Fehler wie in Libyen oder im Irak wiederholen, wo der Westen mit seinen Waffen einmarschierte. Das Ergebnis ist, wie wir ja sehen, ein katastrophales Desaster.</span><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Ich habe gehört, Sie kamen 1976 erstmals nach Moskau?</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Varoufakis: Ja, meine Familie machte Urlaub hier. Meine Eltern waren sehr links, die Sowjetunion hatte einen wichtigen Platz in unserer Gesinnung. Aber sie waren dann ziemlich enttäuscht von der düsteren Wirklichkeit und witzelten oft: Wenn du einen Kommunisten in einen Antikommunisten verwandeln willst, schick ihn in die Sowjetunion. (Andrea Schurian, 10.10.2015)</span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><em style="mso-bidi-font-style: normal;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Yanis Varoufakis (54) lehrte unter anderen an den Universitäten Essex, Cambridge, Glasgow, Sydney, Austin (Texas) und Athen. Vom 27. 1. bis zum 6. 7. 2015 war er Finanzminister im Kabinett von Alexis Tsipras. Der Wirtschaftswissenschafter ist mit der Künstlerin Danae Stratou verheiratet.</span></em></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Adele Neuhauser, Peter Marquant: &#8220;Der Anspruch an uns selber ist hoch, das schweißt zusammen&#8221;</title>
		<link>http://www.andreaschurian.at/allgemein/adele-neuhauser-peter-marquant-der-anspruch-an-uns-selber-ist-hoch-das-schweist-zusammen/andrea-schurian/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2015 20:08:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Woman]]></category>

		<category><![CDATA[Adele Neuhauser]]></category>

		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

		<category><![CDATA[Peter Marquant]]></category>

		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sie zählt fraglos zu den wichtigsten Schauspielerinnen des Landes, gleich dreimal wurde sie mit der Romy beliebteste Seriendarstellerin ausgezeichnet. Er ist einer der wichtigen abstrakten Maler Österreichs, der vor dreißig Jahren seinen Hauptwohnsitz in ein kleines Dorf auf Mallorca verlegte, weil er sich in die Grund- und Lebensfarben der Insel verliebte – und in seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]><xml> <o:OfficeDocumentSettings> <o:AllowPNG /> </o:OfficeDocumentSettings> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:TrackMoves /> <w:TrackFormatting /> <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone> <w:PunctuationKerning /> <w:ValidateAgainstSchemas /> <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid> <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent> <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText> <w:DoNotPromoteQF /> <w:LidThemeOther>DE</w:LidThemeOther> <w:LidThemeAsian>X-NONE</w:LidThemeAsian> <w:LidThemeComplexScript>X-NONE</w:LidThemeComplexScript> <w:Compatibility> <w:BreakWrappedTables /> <w:SnapToGridInCell /> <w:WrapTextWithPunct /> <w:UseAsianBreakRules /> <w:DontGrowAutofit /> <w:SplitPgBreakAndParaMark /> <w:EnableOpenTypeKerning /> <w:DontFlipMirrorIndents /> <w:OverrideTableStyleHps /> </w:Compatibility> <m:mathPr> <m:mathFont m:val="Cambria Math" 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<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">Sie zählt fraglos zu den wichtigsten Schauspielerinnen des Landes, gleich dreimal wurde sie mit der Romy beliebteste Seriendarstellerin ausgezeichnet. Er ist einer der wichtigen abstrakten Maler Österreichs, der vor dreißig Jahren seinen Hauptwohnsitz in ein kleines Dorf auf Mallorca verlegte, weil er sich in die Grund- und Lebensfarben der Insel verliebte – und in seine spätere Frau, die mallorquinische Künstlerin Josefina Pino.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">Sie heißt Adele Neuhauser, er ist ihr Halbbruder Peter Marquant. Sie spricht sprudelnd und temperamentvoll, er mit lakonischem Humor. Manchmal gehen die Erinnerungen auseinander. Etwa darüber, wann die Familie aus Athen wieder nach Wien zurückgekehrt sei. „Ich war sieben, ich bin in Athen nie in die Schule gegangen“, sagt Marquant. „Ich war sicher schon vier“, instistiert die fünf Jahre jüngere Adele Neuhauser. Geht sich rechnerisch irgendwie nicht aus. Egal. Diese biographischen Ungenauigkeiten verwundern nicht sehr, schließlich verlief die Kindheit der beiden, ja, durchaus turbulent.<span id="more-249"></span></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">Die schöne Mutter heiratete mit 16 den zwölf Jahre älteren Architekten Georg Neuhauser, bekam mit 17 den ersten Sohn, Alexander; verliebte sich ein Jahr später in den Lebenskünstler Gerd Marquant, gebar Sohn Peter. Folge vier Jahre später ihrem Ehemann Georg nach Athen. Im Jahr darauf kam Adele zur Welt. Irgendwann kehrte die Familie, so<span style="mso-spacerun:yes"> </span>viel ist sicher, nach Wien zurück. Als Adele neun war, zog die Mutter mit dem 14-jährigen Peter aus, Alexander und Adele blieben bei ihrem Vater. „Er wollte unbedingt, dass seine Kinder bei ihm bleiben. Und ich war ein Papa-Kind, ich wollte auch bei ihm bleiben. Das Furchtbare war, dass ich mich dadurch gegen meine Mutter entscheiden musste. Für sie war das sicher schwer. Ich hatte lange ein schlechtes Gewissen.“ Mit zehn wollte sie sich die Pulsadern aufschneiden, bis zum 21. Geburtstag versuchte sie noch weitere fünf Mal, sich das Leben zu nehmen – „bis ich mich entschieden habe, zu leben.“<span style="mso-spacerun:yes"> </span>Und zu spielen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">„Seltsam war’s schon“, erinnert sich Peter Marquant, „wir Geschwister haben uns ja gut verstanden. Normalerweise bleiben die Kinder bei der Mutter. Vermutlich hat sie sich schuldig gefühlt. Geredet haben wir darüber eigentlich nie. Aber wir haben ihr nie einen Vorwurf gemacht.“ Er zog mit 16 von zu Hause aus. Lernte durch den Vater „ein Gemisch aus Künstlern und Spielern und Trinkern“ kennen. Verlor den Kontakt zu Adele. Schmiss die Schule. Wurde geprägt durch das künstlerische Milieu seiner Großeltern mütterlicherseits. Die Großmutter machte Gobelins, der Großvater Kunst am Bau. Mit ihm malte er, Schulter an Schulter, Felsen. Wälder. Schaffte wegen seines großen Talents ohne Matura die Aufnahme an die Akademie der bildenden Künste. War einer der Lieblingsschüler von Josef Mikl und Wolfgang Hollegha. Seinen Vater verlor er, da war er 24. „Ich habe ihn sehr vermisst.“</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">Als Adeles Vater vor wenigen Wochen starb, hatte sie gerade mit den Proben zu „Fasching“ begonnen, der Eröffnungspremiere der neuen Volkstheaterdirektorin Anna Badora, die Gerhard Fritschs Roman gemeinsam mit Roland Koberg dramatisiert hat. In einer Probenpause flog sie nach Griechenland und streute seine Asche auf der Insel Amargos ins Meer: „Es ist der Schritt ins Erwachsenwerden – und das ist kein schöner Schritt. Ich weiß nicht, ob ich es packen könnte, wenn auch die Mama so schnell gehen würde. Ich denke manchmal, sie weiß gar nicht, wie wichtig sie mir – uns – ist.“</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Verfolgt Ihre Mutter Ihrer beiden Karrieren?</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Natürlich! Sie war und ist die Schaltzentrale, die Pressestelle, sie sammelt alle Zeitungsauschnitte über uns.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Wann haben Sie einander nach Ihren unterschiedlichen Lebensverläufen wiedergefunden?</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Das war eigentlich erst vor zehn Jahren, nachdem ich mich von meinem Mann getrennt und Peter gefragt habe, ob ich in seinem Wiener Atelier wohnen dürfte, bis ich was Eigenes gefunden habe. Ich habe Peter immer geliebt, aber diese letzten zehn Jahre waren sehr intensiv. Wir spüren, wie wichtig wir einander sind, nicht nur auf der menschlichen Ebene, sondern auch im Künstlerischen. Man merkt, wie schwer es ist, sich treu zu bleiben. Der Anspruch an uns selber ist sehr hoch und das schweißt uns auch zusammen. Wir wissen, was es bedeutet, wahrhaftig zu bleiben in der Kunst. Das ist nicht so einfach – in der bildenden ebensowenig wie in der darstellenden Kunst.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Wussten Sie immer schon, dass Sie beide einen künstlerischen Weg wählen?</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Adele wollte von klein auf Schauspielerin werden. Ich habe immer schon gern gezeichnet und gemalt als Kind. Ohne Matura sind ja einige berufliche Optionen ausgefallen. Ich habe mich ins Künstlertum gerettet. Adele, hast du eigentlich die Matura?</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Nein, das haben wir alle nicht hingekriegt (lacht). Kunst ist der freieste Weg, der dich am nächsten zu dir bringt. Dieses Zurückgeschleudertwerden auf dich selbst ist ein großes Glück! Mit einer Figur wachsen zu können! Oder der Schaffensprozess, den Peter durchmacht, aus dem Nichts etwas auf die Leinwand zu bringen&#8230;..</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: &#8230;. Aus dem Nichts macht man gar nichts. Man kennt vieles aus der Kunstgeschichte. Darauf baut man auf.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Beobachten Sie, was Ihre Schwester macht? </em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Neuerdings ja. Aber ich leide, wenn sie einen Blödsinn spielen muss. Ích frage mich immer: Ist sie jetzt maximal an die Grenzen gestoßen oder geht es noch weiter.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Super Frage!</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Ich denke, es geht immer noch ein bissl besser. Ich bin bei dir sicherlich strenger als bei jedem anderen Schauspieler. Aber ich freue mich, dass du wieder Theater spielst. Du hast diese unglaubliche Bühnenpräsenz, die Power, um das Publikum zu erwischen. Ich glaube, das Theater ist deine Zukunft. Das Fernsehen ist eben das Fernsehen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Das sehe ich anders. Das Schöne am Drehen ist die Komplexität, von Null auf Hundert, das liebe ich. Die Kamera kriecht förmlich in dich hinein, sie sieht, was du denkst. Das Theater ist Magie. Allein der Raum birgt eine andere Konzentration.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Welche Rolle spielt der direkte Kontakt zum Publikum?</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Eine große! Ich glaube, das Publikum weiß gar nicht, welche Aufgabe es erfüllt. Sich hinsetzen und berieseln zu lassen: das geht nicht. Man muss mitleben, damit die Engerln durchgehen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Auch ein Betrachter von Bildern muss sich auf die Kunst einlassen.</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Stimmt. Auch das Bild muss inszeniert werden, das habe ich anfangs nicht verstanden. Der Unterschied zu Theater und Film ist, dass der Betrachter ein Bild stunden-, tage- und wochenlang anschauen kann: Es ändert sich nicht.<span style="mso-spacerun:yes"> </span>Ein Bild fängt die Zeit ein, die Zeit steht still. Nichts bewegt sich. Die Farben, Formen, alles bleibt gleich.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Würden Sie gern einen Film, also bewegte Bilder, machen?</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Das wäre schon interessant, aber es würde kein Spielfilm werden, sondern etwas Experimentelles, ohne Text, vielleicht mit Musik.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Würden Sie diesen Film mit Ihrer Schwester besetzen?</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Vielleicht, aber sie müsste wie eine Laienschauspielerin agieren. Das wäre eine neue Rolle (lacht).</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Pfff, das ist das Schwierigste! Ich habe fantastische Laienschauspieler erlebt, die haben eine Autenthizität, an die heranzukommen man jahrelang versucht. Laie: Was ist das? Die Neugier am<span style="mso-spacerun:yes"> </span>Unprofessionellen, die Panne, die entsteht, der peinliche Moment &#8230;</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: &#8230;Dass es peinlich ist, kriegt der Laienschauspieler nicht mit. Ein guter Profischauspieler muss meiner Meinung nach sowieso so sein wie ein Laiendarsteller.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Na, wenn es um den Mut zur Peinlichkeit und Hässlichkeit geht: den hab‘ ich. Den brauch‘ ich mir nicht mehr erarbeiten. Da bin ich&#8230;.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: &#8230;. knallhart (lacht).</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Ja genau. Und das finde ich, wenn man sich überhaupt selber loben darf, eine Riesenqualität. Man glaubt ja dem Perfekten nicht, weil es nicht menschlich ist. Viel spannender ist das, was nicht funktioniert, was erbärmlich und imperfekt ist. Auch Peter versucht nicht, das perfekte Bild zu malen, sondern ein positives Gefühl zu transportieren.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Nein, das perfekte Marquant-Bild gibt es nicht; es gibt übrigens, finde ich, auch kein besonders typisches.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%"><em>Schauspieler werden erkannt, Sie, Frau Neuhauser, sind ein Star. Viele Maler bleiben hinter ihrem Werk als Person unerkannt.</em></p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Deshalb geht man ja zu Vernissagen, um den Künstler kennenzulernen und vielleicht zu fragen, was er sich bei dem Bild gedacht hat (lacht)&#8230;.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT:&#8230;.da kriegst aber nicht viel zur Antwort. Also ich will auf keinen Fall ein Star sein. Da ist man ja gefangen. Aber du bist ja auch kein Star, Adele, sondern wenn es gut geht, bist du eine Volksschauspielerin!</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Das ist schön! Ich fühle mich auch so. Ich wollte nie ein Star sein, aber ich freue mich übe den<span style="mso-spacerun:yes"> </span>Zuspruch der Menschen. Ich freue mich, wenn sie mich ansprechen und kennenlernen wollen.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Weil sie glauben, dass du ihnen durchs Fernsehen vertraut bist.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Und weil die Bibi im „Tatort“ und die Julie in „Vier Frauen und ein Todesfall“ gute Figuren sind. Ich habe großes Glück, Frauen spielen zu dürfen, hinter denen ich stehe. Aber leicht ist es nicht gewesen, den Erfolg schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel. Und weil du mich eine Volksschauspielerin genannt hast: Durch die beiden Figuren habe ich tatsächlich die Gelegenheit, dem Volk aus der Seele zu sprechen und es auch ein bisschen zu leiten&#8230;.</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">MARQUANT: Wohin willst du es denn leiten: zur Zivilcourage?</p>
<p class="MsoNoSpacing" style="line-height:115%">NEUHAUSER: Natürlich! Noch dazu, wo die Welt sich immer deutlicher in einen Chaoshaufen verwandelt, muss man jeden mündigen Bürger am Schlawittl packen.</p>
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		<title>Salzburger Festspiele: Sachen zum Lachen statt gesellschaftspolitischer Relevanz</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2015 19:44:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
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Zuletzt  gab&#8217;s dann ja Gott sei Dank doch noch ein kleines Skandälchen bei  diesen gemächlich ihrem Ende entgegenplätschernden Salzburger  Festspielen. Nämlich: Huch! Die Musiker intonierten beim Jedermann die Internationale, als sie Heinz-Christian Strache im Publikum entdeckten. Bei den Blauen  stieß die sanfte Provokation zunächst, wenig erstaunlich, auf  unverständige Ohren. Hätte [...]]]></description>
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<p>Zuletzt  gab&#8217;s dann ja Gott sei Dank doch noch ein kleines Skandälchen bei  diesen gemächlich ihrem Ende entgegenplätschernden Salzburger  Festspielen. Nämlich: Huch! Die Musiker intonierten beim <em>Jedermann</em> die <em>Internationale,</em> als sie Heinz-Christian Strache im Publikum entdeckten. Bei den Blauen  stieß die sanfte Provokation zunächst, wenig erstaunlich, auf  unverständige Ohren. Hätte ja zur Inszenierung gehören können,  schließlich handelt Hofmannsthals Drama genau davon, ob und wie sehr Geld und  Kapital den Charakter verderben.<span id="more-248"></span> Vertrauend auf die kathartische Wirkung des Theaters hätte das Ensemble also eher froh denn erbost sein sollen, dass die Freiheitlichen die Versendung von Unfrohbotschaften zur Asyldebatte unterbrechen und ihre Aufmerksamkeit wenigstens temporär guten Werken, Nächstenliebe, Respekt, Reue und Gnade zuwenden.</p>
<p>Interimsintendant Sven Eric Bechtolf und &#8220;Jedermann&#8221; Cornelius Obonya  distanzierten sich anderntags. Eh in Ordnung, jeder hat ein Recht auf  freie Meinungsäußerung. Aber ein bisschen Widerborstigkeit sollten Kunst  und deren Konsumenten schon vertragen. Pikanterie am Rande: Bekanntlich  rufen die Freiheitlichen auf ihren Plakaten für die Wiener Wahl die  Oktoberrevolution aus. Da passt die <em>Internationale,</em> die bis 1943  die Nationalhymne der aus der Oktoberrevolution hervorgegangenen  Sowjetunion war, wie die linke Faust aufs blaue Auge.</p>
<p>Und sonst? Zwar wurden die Subventionen von 13,5 auf 16 Millionen  Euro angehoben, aber das Budget von 64,7 auf 59,6 Millionen gekürzt.  Großsponsoren wie Mont Blanc fielen aus. Nach Alexander Pereiras  Festspielen der – zumindest quantitativen – Superlative gab&#8217;s daher  heuer ein Sparprogramm, statt 293 Vorstellungen wie noch 2013  nur mehr  188: drei Opern-, drei Sprechtheaterpremieren, Wiederaufnahmen und ja,  wunderbare Konzerte. „Unsere Brötchen sind nicht so klein. Vor allem sind sie gehaltvoll und knusprig“, hatte Bechtolf zu Saisonbeginn beteuert. Doch leider hielten die Brötchen nicht, was Bechtolf versprach. Sicher, <em>Fidelio </em>war ein musikalischer Höchstgenuss, <em>Figaro </em>gediegenes Amüsement.</p>
<p>Highlight der Festpiele war sicherlich Wolfgang Rihms <em>Eroberung von Mexico </em>in  der Inszenierung Peter Konwitschnys, Gottseibeiuns gepflegter  Opernlangeweile. Nicht nur hier wurde übrigens viel und rhythmisch  geatmet, gehechelt und gekeucht. Atemübungen waren, scheint&#8217;s, Salzburgs  heimliches Motto. Klang fast, als würde den Festspielen die Luft  ausgehen. Aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und das war heuer  offenbar das zweite Motto.</p>
<p>Nichts gegen einfach gute Unterhaltung. Aber es gehört schon Mut dazu, in Krisenzeiten wie den unseren Brechts Dreigroschenoper in ein ohrwurmstichiges Schlagerpotpourri namens Mackie Messer umzudeuten. Oder Shakespeares Komödie der Irrungen in einen zwar gut gespielten, aber derart oberflächlichen Klamauk, der  genauso gut auf jeden Komödienstadel zwischen Hinterwelt und Vorderdorf gepasst hätte. Weniger provinzcharmant war nur der ebenfalls kasperlige Clavigo frei nach Goethe: der war wenigsten ein künstlerisch interessantes Wagnis.</p>
<p>Schade, dass ausgerechnet unter einem Schauspieler-Intendanten das  Sprechtheater so derart zahnlos daherkam. Statt gesellschaftspolitischer  Brisanz gab&#8217;s vor allem platte Sachen  zum Lachen. Vielleicht gefällt dies ja dem Kuratorium.  (Apropos: Was ist eigentlich mit einer längst fälligen Modernisierung  des Festspielgesetzes?) Aber ob es Sponsoren und anspruchsvolles  Publikum bei Laune hält? Schon heuer sank die Besucherzahl von 288.225  (im Jahr 2013) auf 262.893.</p>
<p>Wer zu viel übernimmt, übernimmt sich: Bechtolf ist ein großartiger  Künstler, der vieles kann, aber zu vieles macht. Bei zwei Inszenierungen  wird der Hauptjob – künstlerische Gesamtleitung – zur Nebenrolle. Aber  vielleicht zeigt er ja in seinem letzten Salzburg-Jahr, dass er&#8217;s  richtig gut kann. Belanglosigkeit ist nämlich – künstlerisch wie  finanziell &#8212; der <a href="http://derstandard.at/r1353209096171">Festspiele</a> sicherer Tod.</p>
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		<title>Salzburg: Atemholen in der Provinz-Weltstadt der Kunst</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2015 22:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
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Die blaue Stunde, zwischen Tag und Nacht flirrende Traumbilder, die Stadt in Mythen versunken, verwoben zu einem Gedicht von Georg Trakl. &#8220;In der Stille tun sich eines Engels blaue Mohnaugen auf.&#8221; Im Winter klirrt eisblau die Schneeluft, sommers schlabbert die Hitze als bläulicher Dunst über den Türmen und Kuppeln. Durchscheinend Trakls spinstige Farben, Hyazinth und [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal"><strong>Die blaue Stunde, zwischen Tag und Nacht flirrende Traumbilder, die Stadt in Mythen versunken, verwoben zu einem Gedicht von Georg Trakl. &#8220;In der Stille tun sich eines Engels blaue Mohnaugen auf.&#8221; Im Winter klirrt eisblau die Schneeluft, sommers schlabbert die Hitze als bläulicher Dunst über den Türmen und Kuppeln. Durchscheinend Trakls spinstige Farben, Hyazinth und Herbstgold, Purpur, glühendes Schwarz, Nachtgrün, dunkle Träume des Dichters über dem schönen Schein dieser Stadt.</strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span id="more-239"></span></strong></p>
<p class="MsoNormal">Geliebt, gehasst, besungen und beschimpft, auf romanischen Grundfesten gebaut, großzügig barockisiert, in gotische Spitzen gehüllt, manieristisch übersteigert, mit Sehenswürdigkeiten übersät und von den Stadtbergen Mönchs-, Kapuziner- und Nonnberg malerisch umkesselt, steckt Salzburg voll atemberaubender Schönheiten und aufgemotzter Klischees, voll abgelutschter Stimmungsbilder und faszinierender Details.</p>
<p class="MsoNormal">Diese Bonmotschachtel für Festspielintrigen, die schon so manchen Intendanten in die Flucht geschlagen haben, ist prall gefüllt mit dunken Geheimnissen und hellen Freuden. Die Gästebücher der Hotels und Restaurants lesen sich wie Auszüge aus internationalen Klatschspalten. &#8220;Die Festspiele sind der Umweg, das Bazar der Zweck&#8221;, notierte Anton Kuh ins Gästebuch nämlichen Cafés, dort, wo die Häuser entlang der Salzach hinaus in den ebenen Norden fließen.</p>
<p class="MsoNormal">Längst dehnt sich die Hauptsaison – Festspielzeit! Zeit der hochdekorierten Herren und juwelenbehängten Damen! Zeit der illustren Cocktailpartys! – in alle Jahresrichtungen aus. Schon ist das Adventsingen nicht mehr fern, mit Turmblasen und Krippenausstellungen und mit dem romantischen Christkindlmarkt auf dem Domplatz, bald folgt die Mozartwoche rund um den Geburtstag des Wunderknaben Ende Jänner, fast übergangslos wachsen die Osterfestspiele mit den Pfingstfestspielen zusammen. Das Festspielfieber breitet sich wie ein kreativer Flächenbrand aus, längst sind auch die umliegenden Seen davon erfasst, jeder See hat sein Kulturprogramm. Auch viele Festspielkünstler logieren lieber an Seeufern als in dieser Panorama-City, wo sich kurzbehoste Tages- und geldschwere Kulturtouristen sicher gern aus dem Weg gehen würden.</p>
<p class="MsoNormal"><strong> Zu schön herausgeputzt</strong></p>
<p class="MsoNormal">Salzburg ist immer ein bisschen zu schön herausgeputzt, ein wenig zu ordentlich, eine überdimensionierte, etwas zu süße Mozartkugel (die echte aus Pistazienmarzipan, hellem und dunklem Nougat und Bitterschokolade wurde angeblich bei der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille ausgezeichnet), ein mitunter heißluftig aufgeblasenes Nockerl; eine Provinzstadt mit Weltstadtallüren, wo nachts selbst zur Hochsaison recht früh die Gehsteige hochgeklappt werden. Dann allerdings, im Schatten der duster aufragenden Felswände, entfaltet die Stadt ihre ganze, melancholisch-herbe Prächtigkeit.</p>
<p class="MsoNormal">Fürsterzbischöfe, pralle Lebenslust, puritanische Keuschheit, romantische, verbotene Affären, architektonische Großmannssucht und baukünstlerische Vollendung – nichts, wovon Salzburg nicht im Übermaße hätte. Salzpurch, wie die Stadt in ersten urkundlichen Erwähnungen hieß, ist hineingekuschelt zwischen Fluss und Berg. Und die Festung Hohensalzburg setzt diesem Schnittpunkt alter Handelswege die Krone auf. Bizarre Felsformationen wachsen mitten ins schöne, historische Herz. Plätze münden in Plätzen, sind Relikte herrschaftlicher Allmachtsfantasien. Reihenweise hatte Fürsterzbischof Wolf Dietrich im 16. Jahrhundert in stadtplanerischer Gigantonomie sechzig Bürgerhäuser niederreißen lassen, zur Verwirklichung seines Traums: seine Residenzstadt in ein kleines Rom des Nordens zu verwandeln. Nicht ganz von der Hand zu weisen, immerhin gehörte Salzburg, als es noch Iuvavum hieß, zum römischen Imperium und war die erste Stadt nördlich der Alpen mit dem Recht zur Selbstverwaltung.</p>
<p class="MsoNormal">Nur einen halben Quadratkilometer ist die Innenstadt groß, ein halber Quadratkilometer für zehn ausladende Plätze, verbunden durch Durchhäuser, dieser Salzburger Erfindung zur Besucherverwirrung. Und gesäumt von Souvenirständen, Augenfallen für Touristen.</p>
<p class="MsoNormal">Salzburg speit aus allen steinernen Löchern, aus Pferdemäulern und Frauenmündern. Wasserrauschen liegt über der Stadt der 79 Brunnen, der 36 Kirchen, fünf Klöster und der vier Theater – aus Hecken geschnitten, aus Fels gehauen, aus Stein gebaut und eins für Marionetten -, der Pferdeschwemmen und Zwergleingärten, der Museen, Lust- und Wasserschlösser. Und, natürlich, der Festspiele.</p>
<p class="MsoNormal">Zur Festspielzeit ähnelt Salzburg einem Druckkochtopf, durch die Fußgängerzonen wabert eine Melange aus Touristenschweiß und Pferdeäpfelduft. Am Schubert-Gedächtnishaus in der Judengasse, wo Franz Schubert 1825 im Hause der Familie Pauernfeind residierte, laufen die meisten Menschen achtlos vorbei. Salzburg ist und bleibt Mozarts Stadt. Rund eine halbe Million Menschen wälzen sich jährlich durch die Zimmerchen im Hause Getreidegasse 9, wo das kleine Wunderkind dereinst herumtollte und auf Zielscheiben schoss.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Sehen und gesehen werden</strong></p>
<p class="MsoNormal">Im Festspielhaus gastieren Weltstars, Dirigenten, Sänger, Regisseure, Schauspieler: die Besten der Besten. Vor dem Festspielhaus tummeln sich Touristen, alter Adel, neues Geld. Die einen wollen sehen, die anderen gesehen werden. Und die dazwischen würden doch auch gern erkannt werden, wenn sie unerkannt flanieren. Und die Salzburger selbst?</p>
<p class="MsoNormal">Viele flüchten aufs Land und überlassen ihre Wohnungen für gutes Geld der Festspielklientel. Ein einträgliches Geschäft in einer Stadt, in der selbst handtuchwinzige Kammern, deren Charme sich auf abgeschlagene Fliesen in der Dusche beschränkt, nicht unter hundert Euro zu haben sind. Doch dann trifft man überraschenderweise doch auch auf Einheimische, man muss dafür nur Salzburgs Festspielereien hinter sich lassen.</p>
<p class="MsoNormal">In der Steingasse etwa, die eng ist wie ein Luftschacht, wo Bäume und Büsche aus den Klofenstern wachsen. Lohnend ist der Aufstieg auf den Nonnberg. Das Nonnenkloster der Benediktinerinnen ist das weltweit älteste christliche Frauenkloster. Wenn zur Vesperzeit die Schwestern meditieren, ihre Psalmen und Lieder singen und summen, dann ist all die Festspieleitelkeit wahrlich weit, weit weg.</p>
<p class="MsoNormal">Zum Innehalten schön ist auch der idyllische, von schmalen, hohen Häusern umkränzte Sebastiansfriedhof in der steinseitigen Linzergasse. Da liegt der &#8220;Gastgeber&#8221; Johann Pichler begraben: Zwei Hände ragen links und rechts aus der Gedächtnistafel, mit abgebrochenen Daumen und der Patina von 175 Jahren unter den Nägeln. Auch das Wolf-Dietrich-Mausoleum befindet sich hier. Schließlich hatte der Fürsterzbischof den Friedhof 1595 nach dem Vorbild eines italienischen Campo Santo errichten lassen. Unter Arkaden erinnert eine Gedächtnisstätte an &#8220;Philippus Theophrastus Paracelsus, der durch die Alchemie einen so großen Ruhm in der Welt erworben hat &#8230; der berühmte Doktor der Medizin, welcher auch die schrecklichsten Wunden, Lepra, Podagra und Wassersucht und andere unheilbar scheinende Krankheiten durch seine wunderbare Kunst heilte. Und es brachte ihm auch Ehre ein, daß er sein Hab und Gut unter den Armen verteilen ließ. Im Jahr 1541 am 24. 9., vertauschte er das Leben mit dem Tod.&#8221;</p>
<p class="MsoNormal">Salzburg hat übrigens schon eine Art, seine Lieben zu würdigen. Clemens Holzmeister, nach dessen Plänen das neue Festspielhaus erbaut wurde, wird mit einer Stiege und galligem Humor – &#8220;mehr Holz als Meister&#8221; – geehrt, Herbert von Karajan immerhin mit einem ganzen Platz.</p>
<p class="MsoNormal">Die Humboldtterrasse auf dem Mönchsberg, so wird gern erzählt, sei früher die Selbstmordterrasse gewesen. Praktischerweise seien die Lebensmüden geradewegs ins Bürgerspital gestürzt. Heute ist hier das Puppenmuseum untergebracht.</p>
<p class="MsoNormal">&#8220;Meine Heimatstadt ist in Wirklichkeit eine Todeskrankheit, in welche ihre Bewohner hineingeboren und hineingezogen werden, und gehen sie nicht im entscheidenden Zeitpunkt weg, machen sie direkt oder indirekt früher oder später unter allen diesen entsetzlichen Umständen entweder urplötzlich Selbstmord oder gehen direkt oder indirekt langsam und elendig auf diesem im Grunde durch und durch menschenfeindlichen architektonisch-erzbischöflich-stumpfsinnig-nationalsozialistisch-kathol ischen Todesboden zugrunde&#8221;, schrieb Thomas Bernhard in Die Ursache – eine Andeutung.</p>
<p class="MsoNormal">Hunderte Male am Tag düst der Mönchsberglift in 30 Sekunden hinauf zum Museum der Moderne und zum Restaurant 32. Auf dessen Terrasse serviert man besonders luxuriöse Fernsicht zum Lunch. Purer Luxus ist auch die Aussicht von der Festung Hohensalzburg. Und wer weiß, wo, kann in der Ferne das Henkerhäuschen - nicht zu verwechseln mit dem Krauthapel-Häusl - ausmachen. Dort lebte, als man in Salzburg Delinquenten, Mördern und missliebigen Mitmenschen noch den Kopf abzuschlagen oder in die Schlinge zu stecken pflegte, der Henker.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong>Immer wieder Salzburg</strong></p>
<p class="MsoNormal">Von hoch oben nach ganz unten, von der Festung in ein betörendes Höhlensystem, die in die Festungsfelsen gehauenen Katakomben des Petersfriedhofs. Freigelegt wurden die Katakomben durch einen Bergsturz. Hohe Stufen führen in die erste Katakombe, im 4. Jahrhundert wurden hier heimlich Messen gefeiert. Mauernischen dienten als Sitzgelegenheiten. Für Ungetaufte gab es kleine lätzchen vor der Kapelle.</p>
<p class="MsoNormal">&#8220;Ich bin immer traurig, wenn ich glücklich bin! Ist das nicht merkwürdig!&#8221;, schrieb Trakl in einem Brief an seine älteste Schwester Mizzi. Salzburg-Besucher kennen diese Ambivalenz. Um an den Anfang zu kommen, muss man bis ans Ende gehen. Um den Dichter zu verstehen, sagte Goethe, müsse man dessen Land bereisen. Um Trakls Farben zu verstehen, das Blau und Violett, Hyazinth und Herbstgold, muss man also wohl immer wieder nach Salzburg reisen und den Mönchsberg besteigen, &#8220;wo im Schatten herbstlicher Ulmen der verfallene Pfad hinabsinkt&#8221;. (Der Standard, 14.8.2015)</p>
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		<title>Sona MacDonald: &#8220;Erkenntnis, die im Lachen steckt, ist wunderbar&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Aug 2015 22:32:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Schurian</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die Josefstadtschauspielerin Sona MacDonald spricht über ihr Leben, ihre Auffassung von Theater, über die Aktualität von Bert Brechts "Dreigroschenoper"]]></description>
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<p><![endif]--><strong>Das Interview fand anlässlich der Premiere von &#8220;Mackie Messer&#8221;, der Salzburger Fassung der &#8220;Dreigroschenoper&#8221;, bei den Festspielen statt. Spelunken-Jenny Sona MacDonald über die Kunst des Schauspiels als Diebstahl.</strong></p>
<p class="MsoNormal"><em>Sie singen die Spelunken-Jenny nicht zum ersten Mal. Was ist nun das Besondere an &#8220;Mackie Messer&#8221;, der Salzburger &#8220;Dreigroschenoper&#8221;?<span id="more-240"></span></em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>Sona MacDonald: </strong>Zunächst der Ort: Die Felsenreitschule, das ist schon ein unglaubliches Gefühl. Es erfordert eine andere Präsenz, eine andere Körperlichkeit, um in dem riesigen Raum Intimität zu erzeugen. Und dann das Team! Ein englischer Bühnenbildner, ein englischer Dirigent, Martin Lowe, den ich verehre und der eine unglaublich tolle neue Orchestrierung gemacht hat, die ins Heute gleitet, Kurt Weill aufwühlt, aber leben lässt. Da ist ein spannendes junges Orchester mit einer ersten Geigerin, die Choreografin ist Amerikanerin, ein Regisseur ist Deutscher, der andere Brite. Sie nähern sich Brecht erfrischend unbefangen. Das entspricht meinem Zugang, so bin ich in Amerika aufgewachsen. Trotzdem habe ich die europäische Tradition lieben gelernt, weil ich mit meinen Eltern oft hier war.</p>
<p class="MsoNormal"><em> Hat die Liebe zur Musik auch Ihr Vater geprägt, der ja Konzertpianist war?</em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald: </strong>Ja, genau. Und er konnte Gershwin genauso spielen wie Mozart. Er symbolisiert für mich die Liebe zu allen Genres. Das trage ich weiter.</p>
<p class="MsoNormal"><em>Also keine Unterscheidung zwischen U- und E-Kultur?</em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald:</strong> Nein! In Amerika gibt es das gar nicht, diese Unterscheidung ist etwas sehr typisch Europäisches. Aber ich bemerke, dass auch hier diese Grenzen immer mehr aufbrechen. Theater, Kunst soll gut sein, mich erreichen, mich bewegen. Und es darf mich natürlich auch amüsieren. Die Erkenntnis, die im Lachen steckt, ist doch wunderbar!</p>
<p><em>Mit einem Pianisten zum Vater und einer Schauspielerin zur Mutter: Hatten Sie da überhaupt eine andere Chance, als auch auf der Bühne zu landen? </em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald:</strong> (lacht) Das Glück ist, wenn du mit deinen Eltern alles besprechen kannst, weil sie um die Ängste und Sorgen Bescheid wissen. Weil sie das Künstlerdasein mit allen Höhen und Tiefen kennen. Mindestens einmal während der Probenzeit fällt man in tiefe Löcher der Grübelei, ist voller Zweifel, ob man es überhaupt hinkriegt. Und die Ängste werden mit zunehmendem Alter mehr. Die Ansprüche sind gewachsen. Man weiß immer mehr, was schiefgehen kann. Man hat hohe Ansprüche, einfach wahr zu sein, die Menschen zu erreichen. Wichtig ist, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Das ist schwer. Sehr schwer.</p>
<p><em>Gier, Betrug, Korruption, die großen Gauner, die sich&#8217;s richten und die kleinen über die Klinge springen lassen: Sven- Eric Bechtolf, Co-Regisseur der Salzburger &#8220;Dreigroschenoper&#8221;, war kürzlich leicht genervt über die Frage nach der Aktualität. Wie sehen Sie das? </em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald:</strong> Natürlich hat das Stück unglaublich viel mit der Gegenwart zu tun. Ja, ich höre die Sätze neu. Allein auf dem Weg zur Probe die Bettler zu sehen, die, wie man weiß, auch großteils organisiert sind – natürlich ist kein Bettler freiwillig da, aber das, was man sieht, ist einfach korrupt. Das ist beklemmend und macht mich traurig. Und wenn dann im Stück die Frage gestellt wird, wo der Unterschied ist zwischen der Gründung der Bank und dem späteren Betrug: Das klingt in den Ohren! Und auch Brecht hat ja dieses Stück, wenn man so will, sehr, sehr klug &#8220;zusammengestohlen&#8221;.</p>
<p class="MsoNormal"><em>Wie erarbeiten Sie die Rolle: Stülpen Sie sich die Figur über, oder stülpen Sie sich über die Figur?</em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald:</strong> Beides. Beim ersten Lesen ist das auch ein körperlich spürbarer Prozess. All die Eigenschaften, die ich gar nicht in mir habe: Wie kann ich die hineinmanövrieren. Ich beobachte Kolleginnen, Filmschauspielerinnen, die ich bewundere, und versuche auch zu stehlen (lacht). Passt zum Stück! Das hat Michael Caine einmal gesagt: &#8220;Stiehl immer von den Besten!&#8221; Mein Credo ist: Mach mehr und falsch, bevor du zaghaft bist. Geh auf die Proben und fall hin. Wenn man scheitert: Was soll denn sein?</p>
<p><em>Gibt es Regisseure, die einen nicht auffangen, wenn man fällt? </em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald:</strong> Ja, natürlich gibt es die. Anfangs, in meinen Zwanzigern und Dreißigern, war ich schon manchmal vom schroffen Ton am Deutschen Theater sehr erschrocken. Aber wenn man sich dann selber einschränkt und wie in einer Prüfungssituation hofft, zu &#8220;bestehen&#8221;, dann wird es nur verkrampft. Jetzt bin ich so lange im Beruf und bin immer noch darauf angewiesen, dass die Chemie mit dem Regisseur stimmt. Mein Credo ist, mich nicht zu versperren und mir zu sagen, der oder die meint die Kritik ja nicht persönlich. Aber wir haben keine Geige, die falsch klingt, sondern wir sind das Instrument, das kritisiert wird. Das kann man nicht wie einen Mantel ablegen. Aber durch meinen Sohn habe ich eine andere Relation zu den Dingen gekriegt. Und natürlich gibt es Regisseure, die meisten sind so, die dich zum Risiko ermuntern.</p>
<p><em>Was macht für Sie einen guten Regisseur aus? </em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald:</strong> Er bringt andere zum Leuchten. Er animiert. Und, mit fünf Rufzeichen: Er liebt die Schauspieler! Er ist kritisch, bringt uns dazu, die Komfortzone zu verlassen. Wenn jemand immer wieder erprobte Dinge wiederholen will, dann soll einen der Regisseur herausholen, liebevoll und streng.</p>
<p class="MsoNormal"><em>Haben Sie schon Rollen zurückgelegt?</em></p>
<p class="MsoNormal"><strong>MacDonald: </strong>Sehr selten, wenn ich das Gefühl habe, etwas nicht zu bewältigen. Das hört sich leicht an, aber ich erinnere mich an schlaflose Nächte, in denen ich überlegte, wie ich es dem Regisseur beibringen könnte. Ich versuche allerdings zu lernen, innerhalb der Arbeit Dinge klarzustellen, Widerstand zu bieten, nicht alles zu schlucken. Arbeit auf Augenhöhe, das fordere ich. Es gibt Kollegen, die einfach von der Probe weggehen, das mache ich nicht. Aber der Schauspieler gibt sich erst mal selber die Schuld, wenn etwas schiefläuft, auch für eine misslungene Aufführung. Doch wenn ich zurückblicke auf all das, was ich gemacht habe, blicke ich auf einen reichgedeckten Tisch zurück. Das soll man sich auch sagen, wenn man unglücklich von einer Probe kommt und glaubt, man kann gar nichts. (Andrea Schurian, 8.8.2015)</p>
<p class="MsoNormal"><em>Sona MacDonald (54) debütierte 1988 bei den Salzburger Festspielen als Kascha in Peter Steins Bearbeitung von Grillparzers &#8220;Libussa&#8221;. Nach Stationen in München und am Staatstheater Berlin folgte sie Boy Gobert ans Theater in der Josefstadt in Wien. Voriges Jahr wurde die Tochter eines US-Pianisten und einer österreichischen Schauspielerin zur Kammerschauspielerin ernannt.</em></p>
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