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24
Sep

Dan Brown: “Wenn Blut und Ideen fließen”

Morgenstund hat Gold im Mund, scheint der Geheimcode für Dan Browns Bestsellerei zu sein. Der Mann schreibt durchwegs Frühwerke: Um vier Uhr morgens taucht er in seine Fantasie- und Wahnwelten ab - und sodann stündlich wieder auf: “Auf meinem Schreibtisch steht ein antikes Stundenglas. Zu jeder vollen Stunde mache ich Sit-ups und Dehnübungen. Ich finde, diese Pausen helfen, um das Blut und die Ideen fließen zu lassen.”

Nun hat der 45-Jährige seine jüngsten Konspirationsideen zwischen Buchdeckel fließen lassen: Nach geschäftstüchtiger Geheimhaltetaktik ist The Lost Symbol in einer rekordverdächtigen englischsprachigen Erstauflage von fünf Millionen Stück auf den Buchmarkt geschwappt. Inhalt: Freimaurerei, geheimbündelnde Weltverschwörung. Dan Brown eben.

Vielleicht ist diese ganze Entschlüsselungsromantisiererei ja auch nichts anderes als die Folge eines Kindheitstraumas. “Bei uns lagen die Weihnachtsgeschenke nicht einfach unter dem Christbaum. Sie waren versteckt. Vater verschlüsselte den Fundort in Bilder- und Zahlenrätseln, die wir knacken mussten” , erinnert sich der Sohn eines mehrfach ausgezeichneten Mathematikers und einer Kirchenmusikerin an seine zwischen Wissenschaft und Religion oszillierende Kindheit in New Hampshire.

Nach dem Englischstudium in den USA inskribierte er Kunstgeschichte in Sevilla - und peilte zunächst in Los Angeles eine Karriere als Sänger und Songwriter an. Doch so buchmarktstrategisch geschickt er seine Romane (80 Millionen verkaufte Exemplare von Sakrileg) vermarktet, so wenig war er bereit, sich den Regeln der Musikbranche zu unterwerfen. Bühnenauftritte verweigerte er.

Dennoch hatte der misslungene Ausflug ins Showbiz nachhaltige Folgen: An der National Academy of Songwriters lernte er seine spätere Frau (und Managerin) Blythe Newlon kennen.

Zum Schreiben inspiriert wurde Brown, der zwischen 1993 und 1996 als Englischlehrer in New Hampshire unterrichtete, als ihm während eines Tahiti-Urlaubs Sidney Sheldons Roman Die letzte Verschwörung in die Hände fiel. Sein erstes Buch - ein Überlebenshandbuch für frustrierte Frauen - veröffentlichte er unter weiblichem (Danielle Brown) Pseudonym. Der Rest (Meteor, Illuminati, Sakrileg, Diabolus) ist Unterhaltungsliteraturgeschichte. Sein jüngster Coup, Das verlorene Symbol, soll übrigens pünktlich zur Frankfurter Buchmesse auf Deutsch erscheinen

 



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